Wilhermsdorf

Lage und Geschichte

Wilhermsdorf liegt an der ehemaligen Handelsstraße Frankfurt – Regensburg und am Rande des Naturparks Frankenhöhe.

Besonderheit ist das verschwundene Wasserschloss aus der hohenlohischen Ära (Adelsgeschlecht).

Vermutlich geht die Gründung von Wilhermsdorf auf die Karolinger im 9. Jahrhundert zurück. Bis zur Gemeindegebietsreform 1972 gehörte der Markt Wilhermsdorf zum benachbarten Landkreis Neustadt an der Aisch. Der Markt Wilhermsdorf besteht aus dem gleichnamigen Hauptort und den Ortsteilen Altkatterbach, Dippoldsberg, Dürrnfarrnbach, Fallmeisterei, Kirchfarrnbach, Kreben, Lenzenhaus, Lösleinshäuslein, Meiersberg, Oberndorf, Riedelshäuslein, Unterulsenbach und Wolfsmühle.

Bedeutende Gebäude: Besonders markant die evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Martin und Maria und der Jüdische Friedhof, mit Grabsteinen vornehmlich des 18. bis frühen 20. Jahrhunderts. Ebenfalls sehenswert das Consulentenhaus, heute Rathaus, zwischen 1717 und 1718 entstanden und im Obergeschoss mit einem barocken Ballsaal versehen.

 

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Strukturen

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

  • Von 1990 bis 2010 stieg die Einwohnerzahl im Markt Wilhermsdorf von 4.104 auf 5.081 bzw. um 23,8 % an.
  • Seit dem Bevölkerungsrückgang zwischen 2010 und 2012 von 182 Einwohnern (3,6 %) steigt die Einwohnerzahl wieder an.
  • Im Jahr 2016 lebten 5.177 Menschen im Markt Wilhermsdorf
  • Die Bevölkerungsprognose bis 2028 erwartet einen weitern Anstieg auf 5.200 Einwohner

 

Altersstruktur

  • Zwischen 2000 und 2016 nahm der Anteil der jüngsten Bevölkerungsgruppe (unter 18-Jahren) um 4,7 % ab, wobei im selben Zeitraum der Anteil der ältesten Bevölkerungsgruppe der über 65-jährigen um 3,6 % zunahm;
  • Im Jahr 2016 wiesen die Bewohner der Altersgruppen der unter 18- und über 65-jährigen mit etwa 17 % den gleichen Anteil an der Altersstruktur auf;
  • Das ausgewogene Verhältnis von jüngeren und älteren Bewohnern in Wilhermsdorf ist auf die Ausweisung von Wohnbaugebieten und den damit einhergehenden Zuzug von jungen Familien zurückzuführen.

(Abb. eigene Darstellungen; Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung)

Baustruktur und Siedlungsentwicklung
  • Der Ortskern Wilhermsdorf mit seiner jetzigen Baustruktur wurde während der hohenlohischen Herrschaft im 16. Jh. geprägt. Das Geschlecht Hohenlohe legte viel Wert auf die Freihaltung von Sichtachsen und schuf einige dominante Gebäude, die heute unter Denkmalschutz stehen. Hierzu zählen bspw. das heutige Rathaus, das heutige Farbenhaus und das Spital;
  • Mit Ende des 2. Weltkriegs siedelten sich in Wilhermsdorf etwa 1000 Heimatvertriebene an, wodurch die Einwohnerzahl stark anstieg;
  • Die Topografie Wilhermsdorf und der Verlauf der Zenn mit ihren weiten Auen veranlassten die Ausweisung von weiteren Wohngebieten südlich der Zenn;
  • Die Trennung des Ortes wird durch die Bahntrasse und die Staatstraße St 2052 verstärkt;
  • Neben den freistehenden Einfamilienhäusern bestehen auch einige Mehrfamilienhäusern und Wohnungen;
  • Im Ortskern fehlt es an bezahlbaren Mietwohnungen für Singles, Familien und ältere Menschen;
  • Eine Vielzahl der denkmalgeschützten Gebäude in der Haupt- und Bergstraße stehen seit mehreren Jahren leer und bieten somit Potential für die Innenentwicklung.
  • Gewerbliche Nutzungen bestehen im Gewerbegebiet „Fallmeisterei“ im Norden des Siedlungsbereichs sowie direkt an der Bahntrasse in der Nähe des Ortskerns.

 

Versorgung und Infrastruktur

Nahversorgung und Gastronomie

  • Norma und Netto;
  • Vollsortimenter mit Drogeriemarkt im Bereich der früheren Ziegelei geplant;
  • 3 Metzgereien;
  • 2 Bäckereien,
  • Blumenladen;
  • Landkaufhaus Freund mit Postagentur;
  • 2 Apotheken;
  • diverse Gastronomen – Italiener, Grieche, Asiate, jedoch keine typische fränkische Küche (abgesehen von der saisonal betriebenen Karpfenwirtschaft im Ortsteil Kreben).

Soziale Infrastruktur

  • 3 Kindergärten, 4. in Planung;
  • Grundschule;
  • Mittelschule;
  • Mittagsbetreuung für Schulkinder;
  • VHS;
  • Zahnarzt;
  • Allgemeinarzt – Nachfolge unsicher;
  • Zwei ambulant betreute Wohngemeinschaften;
  • Seniorenbeirat;
  • Physiotherapeuten, Massagepraxis;
  • Bücherei;
  • Veranstaltungshalle „Alte Schulturnhalle“;
  • Kindertagespflege;
  • Jugendtreff;
  • 2 Pfarrämter.

Handwerk, Gewerbe, Dienstleistung, Landwirtschaft

  • Zahlreiche Handwerker, Gewerbetreibende, Dienstleister (u.a. Fahrschulen), Einzelhändler;
  • Sparkasse;
  • Privatbank CVW;
  • VR Bank;
  • Spezielle zielgruppenorientierte Einzelhändler wie Stulpenkult (Naturtextilien);
  • Schuhladen;
  • Uhren/Schmuck;
  • Tier- und Gartenbedarf;
  • Raumausstattung;
  • Reisebüro;
  • Friseur;
  • 1 – 2 Landwirte im Hauptort;
  • 3 – 5 Landwirte in Ortsteilen.
Mobilität und Klimaschutz
  • ÖPNV VGN:2 Bahnhaltepunkte auf der Bahnstrecke Fürth -Siegelsdorf – Markt Erlbach (R12)
    Regionalbuslinie 122: Langenzenn – Wilhermsdorf – Langenzenn
    N22: Fürth – Seukendorf – Veitsbronn – Langenzenn – Wilhermsdorf;

 

  • Zahlreiche private Photovoltaikanlagen auf südausgerichteten Dächern;
  • Biogasanlage – Landwirt;
  • Bürgerwindräder.
Freizeit und Tourismus
  • Zahlreiche Vereine aus verschiedensten Bereichen;
  • Hallenfreibad – sanierungsbedürftig;
  • Spielplätze;
  • Bolzplatz;
  • Skaterplatz;
  • Heimatvereinshaus mit wechselnden Ausstellungen;
  • Rad und Wanderwege;
  • Führungen durch den Heimatort;
  • Kneippanlage;
  • Jüdischer Friedhof;
  • Staa-Kreiz-Gärtla.
Besonderheiten & Alleinstellungsmerkmal
  • Historische Gebäude ev. Hauptkirche, Rathaus, Farbenhaus, Spital;
  • „Spezialgeschäft“ Stulpenkult;
  • „verschwundenes Schloss“.

Stärken & Schwächen, Chancen & Risiken

Stärken
  • stabile Einwohnerentwicklung – Zuzugsgemeinde;
  • gute Anbindung an Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen mit Pkw und Bahn – Stadtnähe inklusive Zuganbindung;
  • geschichtsträchtige Vergangenheit – historischer Ortskern mit Kirche,
  • Lage an Rad- und Wanderwegen;
  • Naturnähe – schnell im Grünen – hoher Freizeitwert;
  • Gute soziale Infrastruktur – Kindergärten, Schule;
  • Aktives und attraktives Vereinsleben;
  • Positive Bürgerbeteiligung während der ISEK- Entwicklung;
  • Bürgerbus (LEADER-Projekt), insbesondere für eine bessere Anbindung der Bewohner in den Ortsteilen.
Schwächen
  • „Einschlafender Ortskern“ – einige Gebäudeleerstände;
  • Keine typische fränkische Gaststube inkl. Biergarten;
  • Keine Übernachtungsmöglichkeiten – wenig touristische Angebote,
  • unzureichende Anbindung der Ortsteile über ÖPNV;
  • wenig Arbeitsplätze im Ort;
  • begrenzte Gewerbeflächen;
  • viel Durchgangsverkehr – Umgehungsstraße;
  • Abnehmende Kneipenkultur – wenig Freizeitangebote für Jugendliche.
Chancen
  • stärkere Belebung Ortsmitte durch Nutzung leerstehender Gebäude und Entwicklung innerörtlicher Brachflächen;
  • Mehrgenerationenhaus;
  • Bildungsstandort;
  • Übernachtungsmöglichkeiten schaffen in Kombination mit fränkischem Wirtshaus;
  • mehr Direktvermarktung – Wochenmarkt;
  • „Vorbeifahrer“ (Durchgangsverkehr) in den Ortskern locken.
Risiken
  • Zunahme Wohnfunktion „Schlafstadt“;
  • Weiterer „Bedeutungsverlust“ der Ortsmitte.

Entwicklung und Funktion

Entwicklungsperpektive und Wünsche der Gemeinde
  • Innenentwicklung stärken und freie Bauflächen aktivieren bzw. reaktivieren;
  • Ortsbild von Ortseingängen und Ortskern aufwerten;
  • Wohnfunktion in der Ortsmitte stärken;
  • Nahversorgungsfunktion erhalten und stärken;
  • Soziokulturelles Zentrum für Bürger umsetzen;
  • Touristisches Angebot aufbauen – Gasthaus / Biergarten mit Übernachtungsmöglichkeiten schaffen.
Bedeutung und Aufgabe für die ZENNGRUND-ALLIANZ
  • Interkommunale Zusammenarbeit entlang der Zenn stärken;
  • Bekanntheitsgrad und Image im Verbund mit den ILE- Gemeinden verbessern.