Tuchenbach

Lage und Geschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die heute kleinste Gemeinde im Landkreis Fürth im Jahr 1284. Am 1. Januar 1980 wurden Gebietsteile (Retzelfembach) mit damals etwa 350 Einwohnern nach Veitsbronn umgegliedert.

Seit 1998 bildet Tuchenbach (345 m ü. NHN) gemeinsam mit Obermichelbach die VG „Obermichelbach-Tuchenbach“, sodass 2002 der Verwaltungssitz von Tuchenbach nach Obermichelbach verlegt wurde.

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Strukturen

Bevölkerung


Bevölkerungsentwicklung

  • Innerhalb von 21 Jahren (1990 bis 2011) stieg die Einwohnerzahl in Tuchenbach von 977 auf 1343 um 27 % stark an.
  • Grund für das rapide Einwohnerwachstum war die Ausweisung von Wohnbauflächen und der Zuzug von jungen Familien.
  • Seitdem stagnierte die Einwohnerzahl und betrug im Jahr 2016 1332.
  • Die Bevölkerungsprognose 2028 erwartet  1520 Einwohner, was angesichts der aktuellen Zahlen wenig wahrscheinlich scheint.

Altersstruktur

  • Zwischen 2000 und 2016 sank der Anteil der unter 18-Jährigen stetig von 20,9 % auf 17,6 % um 3,3 %, wobei im selben Zeitraum der Anteil der über 65-Jährigen von 12,9 % auf 21,6 % bzw. um 8,7 % stieg. Da der Anteil der unter 18-jährigen seit 2010 von der Altersgruppe der über 65-jährigen übertroffen wird, besteht eine überalterte Bevölkerungsstruktur in Tuchenbach.

(Abb. eigene Darstellungen; Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung)

Baustruktur und Siedlungsentwicklung
  • Die Gemeinde Tuchenbach befindet sich inmitten ihres Gemarkungsgebiet und ist geprägt durch ihren kompakten kreisförmigen Siedlungsbereich;
  • Der historische Ortskern Tuchenbachs befindet sich im Norden des Siedlungsbereichs und zeichnet sich durch seine geomorphe Struktur, bestehend aus Wohngebäuden und landwirtschaftlich genutzten Gebäuden aus;
  • Seit den 1960er Jahren wurden nach und nach Wohngebiete ausgewiesen, was das starke Einwohnerwachstum begründet;
  • Die Wohnbaugebiete wurden in Bauabschnitten realisiert, um die vorhandenen Einrichtungen, wie Kinderkrippe, Kindergarten und Schule, nicht zu überlasten;
  • In Anlehnung an die Kreisform des historischen Ortskerns wurden auch die Wohnbaugebiete kreisförmig angelegt;
  • Gewerbliche Nutzungen sind im Nordosten des Siedlungsgebietes verortet. Bei Bedarf ist eine Flächenausweisung in Form eines Mischgebiets oder eines Gewerbegebietes für gewerbliche Nutzungen vorgesehen;
  • Aktuell sind in Tuchenbach keine Leerstände bei Wohngebäuden und Gewerbeeinheiten zu verzeichnen. Bei Leerstand von Wohngebäuden / Wohnungen erfolgt in der Regel ein rascher Verkauf bzw. Weitervermietung;
  • Großzügig geschnittene Grundstücke in den Siedlungen der 1960er Jahre werden teilweise in zwei Grundstücke geteilt und mit einem neuen Wohngebäude nachverdichtet,
  • Einige untergenutzte Scheunen in der Ortsmitte wurden zu Wohnungen umgebaut;
  • In Tuchenbach überwiegt baustrukturell das freistehende Einfamilienhaus. Dennoch gibt es 30 Mietwohnungen, in denen zum größten Teil Tuchenbacher Familien wohnen,
  • Für ältere Bewohner wird derzeit eine Einrichtung für Betreutes Wohnen geplant.

Versorgung und Infrastruktur


Nahversorgung und Gastronomie

  • Abgesehen von einer Bäckerei sind keine Nahversorgungseinrichtungen vorhanden;
  • Die Versorgung mit Dingen des täglichen Bedarfs wird über die nahegelegenen Nachbarkommunen Obermichelbach, Veitsbronn und Puschendorf abgedeckt;
  • Über einen Seniorenfahrdienst, organisiert vom Rewe-Supermarkt in Obermichelbach, besteht für Senioren 1x wöchentlich die Möglichkeit, in Obermichelbach einzukaufen. Dieses Angebot wird gut angenommen;
  • Auch die Raiffeisen-Volksbank in Siegelsdorf bietet einen Fahrdienst an, jedoch mit geringer Resonanz;
  • „Das Gasthaus“ (fränkische Küche) – verpachtet durch Gemeinde Tuchenbach;
  • Gasthaus „Weißes Lamm“ (nur Getränkeangebot);
  • Kegelbahn im Bürgerhaus.

Soziale Infrastruktur

  • Tuchenbacher Bürgerhaus inklusive Saal und Vereinsräumen – kostenfreie Nutzung für alle Vereine;
  • „Jugendtreff“ – für Jugendliche im Alter von 8 – 14 / 16 Jahren – betreut von 450 Euro-Kraft;
  • Seniorenraum und Kindergarten –  Trägerschaft läuft über Verein;
  • Schulverband Veitsbronn (Grundschule Veitsbronn, Weiterführende Schulen in Langenzenn und Zirndorf);
  • Bibliothek;
  • Jugendliche sind in Vereinen aktiv;
  • Neubürger integrieren sich gut durch aktive Teilnahme am Vereinsleben;
  • Allgemeinarzt;

Handwerk, Gewerbe, Dienstleistung, Landwirtschaft

  • Gewerbe – Maschinenbau, Luft- und Klimatechnik;
  • Dienstleister – Friseur, Immobilien, Werbung;
  • Einzelhändler – Elektro, Zweiradzubehör;
  • Insgesamt gibt es in Tuchenbach 130 Arbeitsplätze;
  • 2 Landwirte im Vollerwerb (Tierhaltung).

 

Mobilität und Klimaschutz
  • ÖPNV VGN:
  • Regionalbuslinie 123 – Herzogenaurach – Siegelsdorf – Herzogenaurach;
  • Regionalbuslinie 126 – Fürth – Siegelsdorf – Tuchenbach – Obermichelbach;
  • Stündliche Busanbindung an Herzogenaurach und Siegelsdorf;
  • Regenerative Energienutzung ist im Ortskern seitens des Gemeinderats nicht fokussiert,
  • Regenerative Energienutzung erfolgt in neueren Wohngebieten.
Freizeit und Tourismus
  • Einige Vereine aus den Sparten Gesang und Sport;
  • Keine Übernachtungsmöglichkeiten – Bedarf für Tagesbesucher besteht.
Besonderheiten & Alleinstellungsmerkmale
  • Kirche und Friedhof wurden erst im Jahr 2000 errichtet – bis dahin selbstständige Gemeinde ohne Kirche;
  • Kleidermarkt – organisiert vom Trägerschaft Kinderspielgruppe Tuchenbach e.V.;
  •  Karpfenweiher + Fischzucht – jährliche „Fischpartie“ – Erlös wird gespendet;
  • Weihnachtsmarkt am 1. Adventssonntag;
  • Wirtshauskärwa.

Stärken & Schwächen, Chancen & Risiken

Stärken
  • Stabile Einwohnerentwicklung – Zuzug von jungen Familien;
  • Bedarf an Wohnbaufläche – schrittweise Ausweisung – großes Gemeindegebiet;
  • Gute (ehrenamtliche) Kinderbetreuung (Hort + Kita);
  • zahlreiche kulturelle Veranstaltungen;
  • aktives Vereinsleben;
  • Biotope und Streuobstwiesen.
Schwächen
  • Keine Nahversorgung (außer Bäcker) / Einkaufsmöglichkeiten;
  • Bedarf an Bauplätzen;
  • Keine Tagesbetreuung für Senioren und Pflegebedürftige;
  • Keine Direktvermarktung oder Märkte für regionale Produkte;
  • Wenig Öffentlichkeitsarbeit;
  • fehlende Räume für Kurse, Gruppen und Ehrenamt;
  • fehlende Räumlichkeiten für Kleingewerbe und Selbstständige.
Chancen
  • langfristiger Wohnstandort;
  • Sanierung statt Abriss – Erhalt historischer Bausubstanz;
  • mehr Grün im Ort – attraktiveres Wohnumfeld;
  • gemeinsame Vermarktungsstrategie der ILE-Gemeinden;
  • Wunsch VHS;
  • Renaturierung Tuchenbach;
  • Interkommunaler Veranstaltungskalender.
Risiken
  • Nahversorgung für ältere und weniger mobile Einwohner nicht gesichert;
  • Langfristig Überschuss an Wohnbauflächen.

Entwicklung und Funktion

Entwicklungsperspektive und Wünsche der Gemeinde
  • Wohnqualität langfristig erhalten – Schritt für Schritt je nach Bedarf Bauplätze ausweisen;
  • Wohnfunktion des Ortes erhalten und ausbauen;
  • Vernetzung mit den umliegenden Kommunen über Radwege verbessern;
  • Nahversorgungsangebot ausbauen „Wunsch nach Supermarkt“;
  • Wohnangebote für ältere Personen ausbauen;
  • Maßvolle Ansiedlung von Gewerbenutzungen im Mischgebiet oder Gewerbegebiet;
  • Ehrenamtliches Engagement erhalten und fördern.
Bedeutung und Aufgaben für die ZENNGUNDALLIANZ
  • Reine Wohnfunktion.