Puschendorf

Lage und Geschichte

Puschendorf  liegt im östl. Rangau. 1348 erstmals in Steuerakten des Bistums Bamberg erwähnt, erhielt es seinen Namen sehr wahrscheinlich von den Puschendorf ringförmig umschließenden Wäldern. Ein Jagdschloss in Nürnberger Besitz an dessen Stelle jetzt die Kirche steht, dürfte der Ursprung des Ortes sein. Eine vorhandene Quelle am westlichen Ortsrand begünstigte die Ansiedlung.

Bedeutende Gebäude: Die Kirche St. Wolfgang (erbaut 1489) mit wertvollen Altären von unbekannten Nürnberger Meistern geschaffen. (1527 wurde die Kirche durch Nürnberger Einfluß evangelisch.) Das Diakonissen-Mutterhaus mit Seniorenwohnheim, Freizeitenheim, Wirtschafts- und Verwaltungsgebäuden.

Die alte Handelsstraße Nürnberg-Frankfurt die von Burgfarrnbach-Veitsbronn-Emskirchen über Puschendorf führte, hatte erheblichen Einfluß auf die Entwicklung des Ortes. Der Gasthof zum Roten Ochsen war einstmals ein Pferdewechselstall und Herberge für Fuhrleute.

 Als Naturdenkmal ist die ca. 1000 jährige Eiche in der Ortsmitte zu erwähnen. Ab dem Jahr 1954 entwickelte sich der Ort auf Grund seiner günstigen Lage zu einer stattlichen Wohngemeinde mit ca. 2000 Einwohner und hohem Wohn- und Freizeitwert.

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Strukturen

Bevölkerung


Bevölkerungsentwicklung

  • Im Zeitraum zwischen 2000 und 2005 stieg die Bevölkerungszahl von 2186 auf 2216 um 30 Einwohner (1,4 %), wobei sie zwischen 2005 und 2010 um 79 Einwohnern (3,56 %) auf 2137 sank;
  • Von 2010 bis 201g stieg die Einwohnerzahl wieder allmählich (3,9 %) an und umfasste im Jahr 2016 224 Einwohner;
  • Die Bevölkerungsprognose erwartet bis 2028 2.400 Einwohner.


Altersstruktur

  • Zwischen 2000 und 2016 ist der Anteil der unter 18-Jährigen von 22,1% auf 16,4% um 5,7 % gesunken, wohingegen der Anteil der über 65-Jährigen um 8,0% auf 24,0% gestiegen ist. Da der Anteil der über 65-jährigen dem der unter 18-jährigen übersteigt, besteht in Puschendorf eine Überalterung der Bevölkerung. Das bedeutet, dass der Anteil der über 65-jährigen größer als der Anteil der unter 18-Jährigen ist.

(Abb. eigene Darstellungen; Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung)

Baustruktur und Siedlungsentwicklung
  • Den Ortskern von Puschendorf prägen typische dörfliche Strukturen, bestehend aus Wohngebäuden mit großen Nebengebäuden bzw. Scheunen und landwirtschaftlichen Hofstrukturen;
  • Die Anbindung an die Bahnlinie (seit 1908), stellte nach dem 2. Weltkrieg einen wesentlichen Entwicklungsfaktor dar. Es wurden verstärkt Wohnbaugebiete für freistehende Einfamilienhäuser sowie vereinzelt Doppelhäuser und Reihenhäuser im Osten und Westen der Gemeinde ausgewiesen;
  • Einige Mehrfamilienhäuser inkl. Mietwohnungen sind im Ortskern sowie in den Wohngebieten vorhanden. Bei künftigen Planungen werden seitens der Gemeinde Mehrfamilienhäuser stärker in Betracht gezogen, um Wohnraum für verschiedene Zielgruppen anzubieten;
  • Ausgenommen vom Altersheim bestehen bislang keine barrierefreien bzw. generationsübergreifende Wohnformen.
  • Im Laufe der Entwicklungen der letzten 60 Jahre wurden entlang der Neustädter Straße / Fürther Straße vereinzelt Gewerbebetriebe angesiedelt, die nun in Wohngebiete eingebettet sind;
  • Aktuell sind keine Leerstände in Wohngebäuden zu verzeichnen. Bei einem Leerstand von Bestandsimmobilien finden sich in der Regel kurzzeitig junge Familien aus Puschendorf oder der Umgebung, die die Immobilie erwerben und sanieren;
  • In nächster Zeit werden weitere 42 Bauplätze ausgewiesen.

Versorgung und Infrastruktur

Nahversorgung und Gastronomie

  • Netto Marken Discount;
  • Metzger Kallert – deutschlandweit eine der besten Metzgereien;
  • Bäckerei;
  • Blumenladen;
  • Post / Schreibwarenladen = Frequenzbringer – Nachfolge unsicher;
  • Bücherei;
  • Apotheke;
  • Gaststätte „Zum Grünen Baum“;
  • Restaurant „Zum Bader“;
  • Restaurant „Minotaurus“ (ehem. „Roter Ochse“;
  • Gästehaus Diakonie-Gemeinschaft Puschendorf – Gäste überwiegend Besucher von Tagungen, Veranstaltungen der Diakonie;
  • Pension „ParkVilla Puschendorf“- Gäste sind überwiegend Besucher von Bewohnern und Messebesuchern.

Soziale Infrastruktur

  • Diakonie-Gemeinschaft Puschendorf mit Altenheim;
  • Kindergarten und Kinderkrippe;
  • Gemeindliche Schulkindbetreuung am Nachmittag in der Eichwaldhalle;
  • Schulen in Veitsbronn und Langenzenn;
  • Allgemeinarzt, Zahnarzt, Facharzt mit interkommunalem Patientenkreis – Nachfolge gesichert;
  • Rathaus als zentrale Anlaufstelle – Bündelung von Verwaltung, Zahnarzt und Feuerwehr unter einem Dach.

Handwerk, Gewerbe, Dienstleistung, Landwirtschaft

  • Diakonie-Gemeinschaft Puschendorf;
  • Brillenfabrik;
  • Handschuhfabrik;
  • Baumschule;
  • Kleingewerbe und verschiedene Handwerksbetriebe;
  • Elektroladen;
  • Raiffeisen-Volksbank, Sparkasse;
  • 4 aktive Landwirte im Vollerwerb;
  • 1 aktiver Landwirt im Nebenerwerb.

 

Mobilität und Klimaschutz
  • Bahnhaltepunkt an Bahnlinie Nürnberg – Würzburg;
  • Buslinie Richtung Herzogenaurach;
  • ÖPNV-Anbindung an Langenzenn ist ausbaufähig;
  • Radweg Richtung Pirkach gut frequentiert;
  • Rathauskomplex sowie neue Krippe, Eisdiele und gemeindliche Wohnungen in der Neustädter Str. 31 werden mit Holzhackschnitzelheizung geheizt – Hackschnitzel stammen aus gemeindeeigenem Wald;
  • Eichwaldhalle wird mit Gas geheizt;
  • Photovoltaik auf Rathausdach.
Freizeit und Tourismus
  • zahlreiche Vereine aus den Branchen Sport, Heimat, Gesang, Kirche, Natur – teilweise mit Nachwuchsschwierigkeiten;
  • Sportplatz – überwiegende Nutzung von Puschendorfern;
  • Golfplatz – aufgrund hoher Konkurrenz in der Nähe schwer haltbar;
  • Sankt Wolfgangsquelle.
Besonderheiten & Alleinstellungsmerkmale
  • Kompaktes Dorf mit gesicherter Nahversorgung;
  • Intakte Dorfgemeinschaft „Jeder kann überall mitmachen“;
  • Aktive Wirtshauskultur – Traditionelle Gaststättenkirchweih im September – Eichwaldhalle, Veranstaltungshalle mit 600 Sitzplätzen – bislang wenig interkommunale Nutzung;
  • Versammlungshalle für 2.500 Besucher betrieben von der Diakonie-Gemeinschaft e.V. regionale Veranstaltungen, Tagungen, Messen, Konzerte;
  • Mit dem Einwohnerwachstum, wuchs / wächst auch die Infrastruktur – Nahversorgung, Ärzte, Einzelhandel, Kinderbetreuung, um den Bewohnern attraktive Angebote anzubieten;
  • Langjährige Tradition der Diakonissen.

Stärken & Schwächen, Chancen & Risiken

Stärken
  • Leichte Zunahme der Einwohnerzahlen prognostiziert – Ziel der Gemeinde = 2.500 EW;
  • Intakte Dorfgemeinschaft – aktives Vereinsleben;
  • gute Ausstattung der sozialen Infrastruktur;
  • fränkische Wirtshauskultur;
  • Gesichertes branchenreiches Nahversorgungsangebot;
  • gute ÖPNV-Anbindung;
  • zahlreiche Gewerbebetriebe mit Arbeitsplatz am Wohnort.
Schwächen
  • keine alternativen Wohnformen für Ältere;
  • barrierefreien Wohnungen fehlen;
  • bislang eingeschränkte Anzahl von Mietwohnungen;
  • weiterer Bedarf an Kindergartenplätzen;
  • wenig Nachbarschaftshilfe;
  • teilweise unattraktive Gestaltung von Gebäuden und Baustrukturen entlang der Neustädter Straße und Fürther Straße;
  • fehlende/s Gewerbe / Gewerbeflächen;
  • Randlage im Landkreis Fürth;
  • geringe Gemeindefläche – begrenzte Entwicklungs- / Erweiterungsflächen.
Chancen
  • Steigerung Bekanntheit der Wirtshauskultur.
Risiken
  • Monostrukturen der Wohnformen.

Entwicklung und Funktion

Entwicklungsperspektive und Wünsche der Gemeinde
  • Mehr Bewohner „anlocken“ durch Ausweisung von Baugebieten, Anbieten verschiedener Wohnformen und langfristige Sicherung der Nahversorgung;
  • Stärkung der Innenentwicklung durch Bebauung innerörtlicher Potentialflächen;
  • Erhalt der kompakten Siedlungsstruktur und „relativ“ kurzen Wege;
  • Aktives Gemeindeleben und funktionierende Nachbarschaften langfristig erhalten;
  • Neubürger“ aktiv ins Gemeindeleben einbinden;
  • DiakonieGemeinschaft Puschendorf mit ihren dazugehörigen Einrichtungen langfristig als Arbeitgeber und als soziale Einrichtung erhalten bzw. ergänzen;
  • Anbindung von Puschendorf an Langenzenn beispielsweise durch Integration an den „Bübla Langenzenn“ verbessern;
  • Bestehende und neue Radwege in zusammenhängendes interkommunales Radwegenetz;
  • Fränkische Gastwirtschaften besser für Touristen bewerben – Verlauf von Wanderwegen durch die Ortsmitte verlegen;
  • Ausstattung / Zustand von land- und forstwirtschaftlichen Wegen verbessern.
Bedeutung und Aufgaben für die „ZENNGRUND-ALLIANZ“
  • Veranstaltungsort;
  • Wohn- und Arbeitsort;
  • Raststation auf Rad- und Wanderwegen.