Obermichelbach

Lage und Geschichte

Obermichelbach, auf einer Hochfläche über der Zenn gelegen, besteht aus dem gleichnamigen Hauptort sowie den Gemeindeteilen Untermichelbach und Rothenberg. 1337 überrtrug die Pfarrei Herzogenaurach 22 Orte dem Heilig-Geist-Spital in Nürnberg, zu denen Obermichelbach, Untermichelbach, und Rothenberg zählten.

Im Zuge der Gebietsreform 1980 traten Tuchenbach und Puschendorf aus der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Veitsbronn aus, um die VG Obermichelbach-Puschendorf-Tuchenbach zu gründen. Seit dem Austritt von Puschendorf aus der VG im Jahr 1998 bilden Tuchenbach und Obermichelbach eine gemeinsame VG, mit Sitz in Obermichelbach.

Bedeutende Gebäude: Einige Baudenkmäler in der Burgstaller Straße, mit u.a. dem Ehemaligen Schulhaus und der Chorturmkirche mit Kirchhofbefestigung.

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Strukturen

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

  • Von 2005 bis 2013 stieg die Einwohnerzahl in Obermichelbach um 326 EW (11,3 %) stark an. Grund hierfür ist die Ausweisung von Bauland und der einhergehende Zuzug junger Familien;
  • Zwischen 2013 und 2016 stieg die Einwohnerzahl um 39 Personen auf 3252;
  • Laut erhöhter Zuzugsvariante des Demografie-Berichts „Obermichelbach“ wird bis 2028 eine Einwohnerzahl von 3530 prognostiziert, sodass die Einwohnerentwicklung in den nächsten 5 -10 Jahren weiterhin zunehmen sollte.

Altersstruktur

  • Der Anteil der unter 18-Jährigen und der über 65-Jährigen ist in Obermichelbach, nahezu gleich;
  • Dennoch ist der Anteil der über 65-Jährigen seit 2000 um 10,2 % gestiegen und der Anteil der unter 18-Jährigen um 5,3 % gesunken. Im selben Zeitraum sank der Anteil der 18 bis 65-Jährigen um 4,9 %;
  • Bei Fortführung dieses Entwicklungstrends in den nächsten Jahren, könnte künftig eine Überalterung der Bevölkerung eintreten.

 

(Abb. eigene Darstellungen; Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung)

Baustruktur und Siedlungsentwicklung
  • Im Luftbild ist der historische Ortskern mit seiner geomorphen dörflichen Siedlungsstruktur bestehend aus Wohngebäuden und großen Scheunen erkenntlich;
  • Im Zuge der Bevölkerungszunahme entstehen in Obermichelbach seit den 1960er Jahren östlich, südlich und westlich der Ortsmitte neue Wohngebiete;
  • Außer den Ortsmitten der drei Ortsteile ist der gesamte Siedlungsbereich Obermichelbachs mit Bebauungsplänen überplant;
  • Diese überplanten Siedlungsbereiche sind größtenteils, außer drei Gewerbegebieten, als Wohnbaufläche ausgewiesen.
  • In den Wohngebieten bestehen neben freistehenden Einfamilienhäusern auch einige Gebäude mit mehreren Mietwohnungen.
  • Jedoch ist die Anzahl der Mietwohnungen begrenzt;
  • Geplant wird derzeit ein Mehrfamilienhaus mit 12 barrierefreien Wohnungen für ältere und eingeschränkte Personengruppen;
  • Derzeit sind alle Wohngebäude und Gewerbehallen ausgelastet, sodass die Leerstandsquote gegen Null geht. Bei Leerstand von Bestandsimmobilien finden sich in der Regel kurzzeitig junge Familien aus Obermichelbach und Umgebung, die die Immobilie erwerben und sanieren bzw. abreißen und neu bauen;
  • Bei solchen Neubauten werden häufig gleich zwei Wohneinheiten untergebracht, wodurch der Stellplatzbedarf steigt und die Auslastung der Ver- und Entsorgungsleitungen erhöht wird;
  • Aktuell sind die Kinderbetreuungseinrichtungen ausgelastet, sodass bei weiteren Baulandausweisungen, die Kinderbetreuung seitens der Gemeinde nicht mehr gewährleistet werden könnte;
  • Potentielles Baugebiet (60 Plätze) stehen zur Verfügung – wird aktuell zurückgestellt;
  • Innentwicklung soll künftig fokussiert in Rothenberg erfolgen.

Versorgung und Infrastruktur


Nahversorgung und Gastronomie

Obermichelbach:

  • Nahversorgungszentrum am Ortseingang Veitsbronner Straße bestehend aus Rewe Supermarkt und Getränkemarkt, inklusive Bäckerei und Metzgerei, Apotheke, Postagentur;
  • Im Ortszentrum existiert keine ‚typische’ Bäckerei, stattdessen ist dort eine Bäckereifiliale (Greller) ansässig;
  • freitags: Gemüsestand in der Ortsmitte;
  • Italienisches Restaurant „La Bussola“ mit guter Frequenz;
  • Kegelstube in Bürgerhalle – temporär geöffnet;
  • Sportgaststätte im Sportlerheim – temporär geöffnet;
  • Griechisches Restaurant „Am Michelbach“ – evtl. Umnutzung in Fränkisches Wirtshaus;
  • Ein typisches „Fränkisches Wirtshaus“ ist derzeit nicht vorhanden – ein Konzept zur Erhaltung der fränkischen Wirtshauskultur wird derzeit entwickelt (LEADER-Projekt), das darauf abzielt, Obermichelbach mit einem typischen Wirtshaus inklusive Brauerei und Übernachtungsmöglichkeiten zu beleben.
  • ehemaliges Gasthaus zum Roten Ochsen – länger leerstehend

Rothenberg:

  • private Kneipe

Soziale Infrastruktur

  • Kinderkrippe (1 Gruppe) – Kapazität ausgelastet;
  • Kindergarten (5 Gruppen) – Kapazität ausgelastet;
  • Kinderhort (50 Kinder) – Kapazität ausgelastet;
  • Schulen in Veitsbronn und Langenzenn;
  • Allgemeinarzt (2 Stellen), Zahnarzt, Frauenarzt mit interkommunalem Patientenkreis – Nachfolge gesichert;
  • Jugendtreff;
  • Dorfgemeinschaftshaus – hauptsächlich für Senioren
  • Seniorenbeirat – seit 6 Jahren;
  • Aktuell Flüchtlingsunterkunft im GE Rothenberg (200 Plätze – 180 Einwohner);
  • Volkshochschule.

Handwerk, Gewerbe, Dienstleistung, Landwirtschaft

  • Zahlreiche Dienstleister, Handwerker und Gewerbetreibende;
  • Installateur;
  • Raiffeisen-Volksbank, Sparkasse;
  • Dekorationsgeschäft – ohne Nachfolge;
  • Gewerbeverein – hauptsächlich Obermichelbacher Gewerbetreibende;
  • 8 Landwirte im Haupterwerb – 2 LW in Ortsmitte Obermichelbach – 2 Aussiedlerhöfe 4 Landwirte in Ortsmitte Untermichelbach.
Mobilität und Klimaschutz

ÖPNV:

  • ÖPNV-Anbindung über Regionalbuslinie (126) mit stündlicher Taktung;
  • Taktung in Abend- und Nachtstunden sowie am Wochenende verbesserbar – nächstes Jahr Anbindung an Nightliner;
  • Nahwärmenetz (Hackschnitzelheizung) in einem Baugebieten.
Freizeit und Tourismus
  • einige Vereine aus den Branchen Sport, Theater, Feuerwehr, Gesang, Natur;
  • keine Übernachtungsmöglichkeiten im Gemeindegebiet Obermichelbach;
  • Außer historischem Ortskern keine touristischen Sehenswürdigkeiten;
  • Jährliche Veranstaltungen – Silvesterball, Adventsmarkt, Bürgerfest – organisiert vom Bürger – und Förderverein Obermichelbach e.V.;
  • Veranstaltungssaal in Bürgerhalle für 300 Personen.
Besonderheiten & Alleintellungsmerkmale
  • Monatlicher „Backtag“ im Dorfgemeinschaftshaus – frisches Brot für Vereinsmitglieder des Bürger- und Förderverein; Obermichelbach e.V.;
  • „Rosa Kuh“ – Geschmack direkt vom Erzeuger 24 h Laden; (Automat) für regionale Produkte – Frischmilch, Eier, Käse, Honig;
  • Bierbraukurse in VHS;
  • jährlich 4 Konzerte „Kultur in der Kirche“.

Stärken & Schwächen, Chancen & Risiken

Stärken
  • Gute Anbindung an Nürnberg, Erlangen, Fürth – zentrale Lage zum Ballungszentrum;
  • Nähe zur Natur – hohe Wohnqualität;
  • Lage zu Herzogenaurach – Durchgangsverkehr = potentielle Kaufkraft;
  • Stabile Einwohnerentwicklung – wachsende Gemeinde;
  • Kein Leerstand von gewerblichen Gebäuden sowie Wohngebäuden;
  • kurze Wege und gutes Nahversorgungsangebot;
  • Gute medizinische + soziale Infrastruktur;
  • Hohes Bürgerengagement insbesondere, engagierte Senioren;
  • aktives Vereinsleben;
  • Dorfgemeinschaftshaus = sozialer Treffpunkt;
  • Anziehungspunkt „Italienisches Restaurant“ – gutes gastronomisches Angebot;
  • Gute Frequenz am Nahversorgungsstandort durch Lage an Durchgangsstraße;
  • Intakte Sportanlage.
Schwächen
  • Wenig Leben / Einzelhandel in Ortsmitte – keine Traditionsbetriebe;
  • Wohnnutzung wächst schneller als die Infrastruktur, sodass Versorgungsengpässe in der Nahversorgung, Kinderbetreuung und medizinischen Betreuung eintreten können;
  • Aufgrund verschiedenster Herkunft und Mentalität der Neubürger nehmen diese wenig am Gemeindeleben teil = „Nebeneinanderherleben“ von Neubürgern.
Chancen
  • Bei Erweiterung der Kinderbetreuung und Ausweisung von Wohnbauland werden die Einwohnerzahlen wachsen;
  • Wiederbelebung Ortsmitte;
  • Direktvermarktung stärken;
  • Fränkisches Wirtshaus mit regionalen Produkten etablieren,
  • Übernachtungsmöglichkeiten anbieten;
  • Kirchweih stärker beleben;
  • Radwegenetz / -anbindung verbessern;
  • Bessere Stellenvermarktung.
Risiken
  • Entwicklung zum „Schlafort“;
  • Mehr Durchgangsverkehr – steigende Lärmbelastung.

Entwicklung und Funktion

Entwicklungsperspektiven und Wünsche der Gemeinde
  • Bestehende Wohnqualität langfristig bewahren;
  • Nahversorgungsangebot und soziale Infrastruktur langfristig sicherstellen;
  • Erhalten und Beleben der traditionellen fränkischen Lebensart – Brotbacktag – Aufbau Fränkisches Wirtshaus;
  • Touristische Infrastruktur aufwerten – Übernachtungsmöglichkeiten schaffen  – Bedarfsgerechten Wohnraum schaffen.
Bedeutung und Aufgaben für die ZENNGRUNDALLIANZ
  • Wohnort;
  • Kulturangebot.