Langenzenn

Lage und Geschichte

Langenzenn im leicht welligen Hügelland, der Rangau, besteht aus dem gleichnamigen Hauptort und den Ortsteilen Horbach, Keidenzell, Kirchfembach, Laubendorf, Burggrafenhof, Stinzendorf, Heinersdorf und Lohe.
Einige Funde, wie Pfeilspitzen und kleine Werkzeuge aus der Mittelsteinzeit (10.000 bis 6.000 v. Chr.) deuten auf erste Siedlungen im heutigen Stadtgebiet hin. Wahrscheinlich entstand Langenzenn aus einem Königshof mit benachbarter Marktsiedlung. Im Jahr 954 hielt König Otto I. einen detailgenau dokumentierten Reichstag in Langenzenn.

Bereits Mitte des 13. Jh. erhielt Langenzenn das Markt-, Münz- und Stadtrecht.

Bedeutende Gebäude: Bekannt ist Langenzenn durch seine Klosteranlage der Augustiner-Chorherren aus dem Jahre 1409 mit einen sehr gut erhaltenen Kreuzgang. Die Stadtbefestigung stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist in Teilen noch erhalten. Neben der Stadtkirche sind auch die Kirchen in den Ortsteilen Laubendorf und Kirchfembach zu erwähnen.

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Strukturen

Bevölkerung und Siedlungsentwicklung

Bevölkerungsentwicklung

  • Von 2000 bis 2011 sank die Bevölkerung in Langenzenn von 10.614 EW um 311 Einwohner (EW) auf 10.303 EW.
  • 2011 stellte sich die Bevölkerungsabnahme ein, sodass die Einwohnerzahlen seitdem wieder wuchsen. Zwischen 2011 und 2014 nahm so die Bevölkerungszahl um 140 Einwohner (1,3%) zu und umfasst 10.511 Einwohner im Jahr 2016.
  • Die Bevölkerungsprognose zeigt bis 2028 eine Steigerung auf 11.000 Einwohner an.

 

 

Altersstruktur

  • Die Entwicklung der Altersstruktur in Langenzenn ähnelt dem bundesweiten Trend.
  • Von 2000 bis heute sank der Anteil der unter 18-Jährigen um 5,2 % wohingegen der Anteil der über 65-Jährigen von 13,4% auf 21,2 % um 7,8 % stieg. Da der Anteil der älteren Bevölkerungsgruppe jenen der jüngeren Bewohner übersteigt, ist die Bevölkerung in Langenzenn leicht überaltert.

(Abb. eigene Darstellungen; Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung)

Baustruktur und Siedlungsentwicklung
  • Bezüglich der Baustruktur überwiegt auch in Langenzenn das freistehende Einfamilienhaus, für das weiterhin Bedarf besteht. Junge Familien wollen ungern in die Altstadt ziehen.
  • Trotz des Angebots einer gewissen Zahl an Mietwohnungen besteht dennoch Bedarf an Mietobjekten für junge Paare, Singles, Familien und ältere Bewohner.
  • Im Rahmen vom Flächenmanagement wurden insgesamt 15 ha Fläche an Nachverdichtungspotential (überwiegend innerstädtisch) zusammengetragen, was nach und nach aktiviert werden soll. Aufgrund privater Eigentumsstrukturen ist dies jedoch problematisch, sodass bislang von 300 aufgenommen Grundstücken erst 10 verkauft wurden.
  • Im Rahmen des Citymanagements wurde für die Altstadt Langenzenns ein Leerstandskataster erstellt.
  • Ziel ist es, in der Altstadt als Aushängeschild und Herz einer Stadt ein positives Investitionsklima und einen hochwertigen Wohn- und Aufenthaltsort zu schaffen.

Versorgung und Infrastruktur

Nahversorgung und Gastronomie

  • Innerstädtisch bestehen einige Kleinstläden und Einzelhändler – deren langfristige Nachfolge / Wirtschaftlichkeit zum Teil in Frage gestellt ist;
  • Bäckerei, Metzgerei, Geschenke/ Haushalt / Bücher / Blumen;
  • Das Angebot der 35 Gastronomen in Langenzenn umfasst Cafés und Kneipen, fränkische Gastwirtschaften, asiatische, italienische, griechische und ungarische Speisewirtschaften;
  • Ein typischer fränkischer Gasthof „Hotel Seerose“ befindet sich im Ortsteil Horbach;
  • Zweiwöchiger Bauernmarkt mit regionalen Marktbeschickern mit guter Frequenz;
  • Yogurteria mit guter Frequenz;
  • Kulturhof – (Theaterbühne Brauereigasthof mit Innenhof und ehemaligem Kinosaal) mit guter Frequenz.

Soziale Infrastruktur

  • Grundschule, Mittelschule, Realschule, Gymnasium;
  • 4 Kindergärten;
  • Betreuungsangebote für Kinder;
  • Kindertagespflege;
  • Jugendhaus;
  • Alten- und Pflegeheim;
  • VHS;
  • Bürgerhaus – Angebote für alle Altersgruppen;
  • 4 versch. Pfarrämter (kath., drei evang. Sprengel);
  • intakte + vielfältige ärztliche Infrastruktur – zahlreiche Allgemein- und Fachärzte.

Handwerk, Gewerbe, Dienstleistung, Landwirtschaft

  • Weitere Einzelhandels- und Dienstleistungsangebote: u.a. Elektrogeschäfte, Friseur, Gesundheit, Hörgeräte, Mode / Schmuck, Optiker, Reisebüro, Raumausstattung, Radladen, Wäscherei, Banken;
  • Traditionelle und neu angesiedelte Gewerbetreibende, Handwerker, Einzelhändler und Dienstleister schaffen in Langenzenn 3.500 Arbeitsplätze, d.h. mehr Arbeitsplätze als alle anderen Gemeinden der Zenngrund-Allianz zusammen;
  • Typisch für Langenzenn sind die Lehmgruben und das Ziegeleihandwerk – aktuell bestehen 2 aktive traditionelle Ziegeleien;
  • Versorgungsschwerpunkt mit Vollsortimenter im Westen des Stadtgebiets geplant;
  • in den Ortsteilen meist noch 1 bis 2 aktive Landwirte.

Mobilität und Klimaschutz

ÖPNV VGN

  • Regionalbahn R 12 Fürth- Langenzenn – Markt Erlbach;
  • Linie 124: Dachsbach – Langenzenn – Fürth;
  • Linie 136: Ammerndorf – Cadolzburg – Langenzenn;
  • Linie 152: Kirchfarrnbach – Zirndorf – Fürth;
  • Linie N 22: Fürth/Rathaus – Langenzenn – Wilhermsdorf – Fürth/Rathaus;
  • Bürgerbus „Bürger fahren Bürger“ funktionierender ÖPNV für die Stadt Langenzenn und ihre Außenorte;
  • Rad- und Wanderwege.
Freizeit und Tourismus
  • Zahlreiche Vereine aus den Branchen Sport, Theater, Feuerwehr, Gesang und Natur;
  • Sehenswertes: Heimatmuseum, Bibelausstellung, Stadtkirche, Kloster-Kreuzgang, Stadtführungen, Gebäudeensembles und Kirchen, Fronveste, Siebener Platz, Kulturhof (Theater, Kneipe, Café), Klosterhofspiele, Hans-Sachs-Spiele;
  • Aktivitäten: Bücherei, Hallenbad, Naturbad, ZennOase (Abenteuerspielplatz mit Biergarten), Skaterpark, Swin Golf, Fußball-Golf,  Trampolinhalle, Wintersport (Schlittschuh fahren, Rodeln), Kutschfahrten;
  • 2 Hotels, 5 Pension, 1 Gasthöfe – Tagesbesucher, Messebesucher, Monteure;
  • Privatzimmer;
  • Ferienwohnung;
  • Campingplatz Eichensee.
Besonderheiten & Alleinstellungsmerkmale
  • Kulturhof;
  • „Regionalmarkt“ für Brot, Wein, Wurst, Käse– zweimal im Jahr;
  • Generationsübergreifender Spielplatz in Nähe zum Biergarten;
  • Mitgliedschaft in den Tourismusverbände „Romantisches Franken“ und „Burgenstraße“;
  • Fairtradestadt – Fair-o-mat = Warenautomat für fair gehandelte Produkte;
  • Handwerkermarkt für traditionelles Gewerbe;
  • Strumpfwirkerei, Mühlen-, Melber-, Brau- und Ziegelgewerbe.

Stärken & Schwächen, Chancen & Risiken

Stärken
  • Seit 2011 wieder steigende Einwohnerzahlen;
  • Lage an Bundesstraße und Nähe zu Nürnberg;
  • Bahnhaltepunkt;
  • Gewerbestandort – über 3.500 Arbeitsplätze;
  • gutes Nahversorgungsangebot – Dinge des täglichen Bedarfs sind vorhanden;
  • gute soziale Infrastruktur bezüglich Kinderbetreuung, Schulen, Ärzte, Seniorenbetreuung;
  • gutes touristisches und kulturelles Angebot – historische Altstadt / Kulturhof / Theater / ehem. Kloster;
  • Anziehungspunkt – Abenteuerspielplatz und Biergarten;
  • gutes Freizeit- und Sportangebot.
Schwächen
  • Fehlende Vielfalt der Angebote in den Abendstunden – für alle Altersgruppen;
  • Wenig Leben / Aktivität im Ortszentrum – kein Anziehungsmagnet;
  • Schlechte Anbindung an Herzogenaurach und Erlangen.
Chancen
  • Ausbau bestehender und neuer touristischer Attraktionen;
  • Ausbau typischer fränkischer / besonderer Gastronomie;
  • Steigerung des Bekanntheitsgrads.
Risiken
  • Entwicklung zur „Schlafstadt“ ohne Aktivität im Ortszentrum;
  • zu schnelles Wachsen einzelner Ortsteile – Verlust dörflicher / bäuerlicher Strukturen.

Entwicklung und Funktion

Entwicklungsperpektive und Wünsche der Gemeinde

Stärkung der Altstadt / Innenstadt

  • Touristische Infrastruktur und touristisches Angebot stärken und ausbauen z.B. Kombipakete „Theater, Essen, Schlafen“; Hotel in Altstadt aufbauen; Naturbühne in einer ehemaligen Lehmgrube;
  • Angebot für alle Altersgruppen in den Abendstunden ausbauen und vervielfältigen;
  • Angebot verschiedener Wohnformen – Wohnungsangebot / Mietwohnungen für junge Paare, Familien, Singles, Ältere in Ortsmitte ausbauen;
  • Interkommunale Werbeplattform ausbauen;
  • Wander– und Radwegenetz ausbauen.
Bedeutung und Aufgabe für die ZENNGRUND-ALLIANZ

Zentraler Ort – Versorgungsstandort in der Allianz-Region bezüglich Einzelhandel, Kultur, Freizeit und Tourismus, Arbeitsplatzangebot, Schul- und Bildungsstandort.