Potenzialanalyse

Die Potentialanalyse / SWOT-Analyse wurde in allen Gemeinden der kommunalen Allianz unter Einbeziehung der Bürger durchgeführt. Die Ergebnisse sind in den jeweiligen Ortssteckbriefen, die einen gesonderten Teil des ILEK bilden, zusammengefasst. Die Erkenntnisse aus den einzelnen ILE-Gemeinden fließen in die Analyse der gesamten ILE-Region ein. Hier werden Potenziale und Hemmnisse der Region beschrieben mit dem Ziel, vorhandene Potentiale zu erkennen und auszubauen sowie die Schwächen abzubauen. Wichtig dabei ist, Möglichkeiten der interkommunalen Abstimmung / Zusammenarbeit zu suchen, um Themen wie demografischer Wandel oder Reduzierung von Flächeninanspruchnahme gemeinsam anzugehen. In einem ersten Schritt werden im Rahmen einer thematisch gegliederten SWOT-Analyse die einzelnen Gemeinden auf ihre Potentiale in der Region untersucht.

Bevölkerung

Stärken

Stetig positive Bevölkerungsentwicklung

In der Zeit von 1990 bis 2016 stieg die Einwohnerzahl der ILE-Region von 25.685 EW auf 32.242 EW um 20,3 % (6.557 EW) an. Der größte Einwohnerzuwuchs erfolgte zwischen 1990 und 2000. Hier stieg die Bevölkerungszahl von 25.685 auf 31.158 EW um 17,6 %. Von 2000 bis 2016 nahm die Bevölkerungszahl eher stetig zu und wuchs um 1084 EW (3,3 %). Dennoch wird im Jahr 2016 mit 32.242 EW der höchste Einwohnerstand in der ILE-Region verzeichnet. Die steigenden Einwohnerzahlen begründen sich durch die Nähe zu Nürnberg, Erlangen, Fürth und Herzogenaurach und der einhergehend guten Arbeitsplatzsituation.

Positive Bevölkerungsprognose

Laut Demografie-Spiegel (Bevölkerungsprognose 2021) der ILE-Gemeinden wird in den nächsten Jahren ein positives Bevölkerungswachstum prognostiziert. Die Einwohnerzahlen der ILE-Gemeinden werden in den nächsten 5 – 10 Jahren stabil sein und leicht zu nehmen. Die Einwohnerentwicklung kann hierbei durch die Schaffung von Wohnraum und dem einhergehenden Zuzug von Bewohnern positiv beeinflusst werden.

Zuzug von jungen Paaren / Familien > positiver Wanderungssaldo


Die zuziehenden Bewohner sind in der Regel junge Familien bzw. junge Paare, die Familien gründen, die Altersstrukturen der Gemeinden in der Waage halten und für wachsende Einwohnerzahlen sorgen. Die jungen Familien stammen zum Teil aus den jeweiligen Orten selbst, aus den ILE-Gemeinden oder aus der Region.

Teilweise gute Integration von zugezogenen Bewohnern

Die Freizeitangebote und sozialen Einrichtungen der ILE-Gemeinden bieten eine gute Ausgangssituation für das Integrieren von Neubürgern. Neben Vereinen, in denen sich Zugezogene engagieren können, ist der Kindergarten ein wichtiger Kommunikationspunkt, da hier die Eltern über die Kinder in Kontakt kommen und miteinander kommunizieren. Die Integration von zugezogenen Bewohnern ist insbesondere in den Gemeinden Puschendorf und Wilhermsdorf als gut einzuschätzen.

Schwächen

Zunahme der Bewohner über 65 Jahre

In Betrachtung der Altersstruktur zwischen 2000 und 2016 wird deutlich, dass der Anteil der Bevöl- kerungsgruppe über 65 von 12,88 % auf 19,96 % stieg und somit um 7,08 % zugenommen hat.

Abnahme der Bewohner unter 18 Jahren

Neben der Zunahme der Bewohner über 65 Jahren, sank der Anteil der unter 18-Jährigen im selben Zeitraum von 21,50 % auf 17,22 % um 4,28 %.

Der Zuzug von jungen Familien gleicht im Durchschnitt die Überalterung der Bevölkerung nicht aus.

Geringe Abnahme der Bewohnerzahl zwischen 18 und 65 Jahren

Bei Abnahme der jüngsten und Zunahme der ältesten Bevölkerungsgruppe blieb der Anteil der Bewohner zwischen 18 und 65 Jahren weitestgehend stabil und nahm von 2000 bis 2016 lediglich um 2,79 % ab. Grund hierfür ist insbesondere, der Zuzug von jungen Paaren / Familien in dieser Altersspanne (Quelle: eigene Berechnung nach Bayerischem Landesamt für Statistik).

Chancen

Einwohnerwachstum / Zuzug bietet Potential für langfristige Wohn- und Lebensqualität

Der Zuzug junger, integrationswilliger Menschen kann die vielfältige Vereinskultur stabilisieren helfen. Im Zeitraum von 2010 bis 2016 blickt die ILE-Region auf positiven Zuzug zurück.

Durch die gute Durchmischung junger und alter Bevölkerungsteile ergeben sich Chancen für die ältere Bevölkerung, langjährig integriert zu sein.

Junge Zuzugsgruppen werden aufgrund der langjährigen Perspektiven ein besonderes Augenmerk auf strukturelle Ausstattungen legen, diese fordern und bewahren helfen.

Risiken

Wegzug der jungen Menschen aufgrund fehlen- dem Miet-Wohnraumangebot / Versorgungsan- gebot

Die hohe Nachfrage nach Wohnraum und das beschränkte Angebot an Mietwohnungen bzw. Mietwohnungen mit passenden Grundrissen können dazu führen, dass junge Paare, Familien und Singles aus der ILE-Region in Nachbarorte oder umliegende Städte ziehen.

Vielfach kann der durch großzügige Gebietsausweisungen forcierte Zuzug junger Familien mit dem Bedarf an Versorgungsangeboten (Kindergarten, Schulen, Einkaufsstätten, medizinische Versorgung) nicht schritthalten, so dass bei Be- darfsveränderungen im Lebenszyklus eine Landflucht eintritt. Grundsätzlich gilt es diesem Prozess entgegenzuwirken, um gewachsene Dorfgemeinschaften langfristig zu erhalten.

„Zwangswegzug“ der Senioren aufgrund feh- lender Einrichtungen bzw. Unterbesetzung großer Wohnungen / Häuser

In Hinblick auf den demografischen Wandel werden künftig Einrichtungen bzw. passende Wohnangebote / Wohngrundrisse für Senioren benötigt.

Stehen in den ILE-Gemeinden keine passenden Wohnangebote zur Verfügung, kann es dazu kom- men, dass Senioren ihre Heimatgemeinde verlassen müssen.

Fehlender Zugriff auf große Immobilien in Ortsmitten

Leerstehende Wohnhäuser oder Scheunen in den Ortsmitten bieten enormes Potential zur Stärkung der Innenentwicklung.

Oftmals sind Eigentümer solcher Immobilien jedoch nicht dazu bereit ihre Immobilien zu sanieren bzw. umzubauen oder gegebenenfalls zu verkaufen.

Dies kann dazu führen, dass Immobilien in den Ortsmitten vermehrt leerstehen und das Ortsbild negativ beeinträchtigen.

Wohnen

Stärken

Lage in Wachstumsregion mit starken Nachbarn

Aufgrund der Lage in der Metropolregion und der Nähe zu Nürnberg, Erlangen, Fürth und Herzogenaurach „wachsen“ alle ILE-Gemeinden in den letzten 25 Jahren stetig.

Das Nachfragepotenzial ist für die Bauwirtschaft Antrieb zur Angebotsschaffung.

Gute Wohn- und Lebensqualität in der Nähe zu Arbeitsplatz und Stadtleben – kurze Wege

Als Standortvorteil der ILE-Region gilt die Lage in einer ländlichen Region mit der direkten Nähe zur Natur in der Nachbarschaft zur Stadt.

Die Bewohner der ILE-Gemeinden profitieren von kurzen Wegen zwischen Arbeit, Wohnen und Freizeit und somit über eine hohe Wohn- und Lebensqualität.

Ländliche Siedlungsstruktur mit attraktiven historischen Ortskernen und Aussiedlerhöfen

In den ILE-Gemeinden Tuchenbach, Obermichelbach, Veitsbronn, Puschendorf sind dörflich geprägte Ortskerne, bestehend aus typisch fränkischen Wohnhäusern und landwirtschaftlich genutzten Gebäuden vorhanden.

In Wilhermsdorf und Langenzenn sind die Ortskerne durch eng aneinander gereihte Gebäude und geomorphe Straßenverläufe gekennzeichnet.

Die bereits länger bestehenden und neu angelegten Aussiedlerhöfe der Landwirte typisieren das Landschaftsbild der ILE.

Bedarfsgerechte Ausweisung von Wohnbauflä- chen bei einhergehendem Zuzug von neuen Bewohnern

Die Bevölkerungszahlen steigen mit der Ausweisung neuer Wohnbauflächen, was den Zuzug neuer Bewohnern mit sich führt.

Ausweisung von Wohnbauflächen bei einhergehendem Wachstum der sozialen Infrastruktur

Mit dem bestehenden Einwohnerwachstum werden in fast allen ILE-Gemeinden (z. B Wilhermsdorf) auch die Angebote an sozialen Einrichtungen, wie z. B. Kinderbetreuungsplätze, erweitert. Um langfristig (in 10 Jahren) ausgelastete Kindergartenplätze zu haben, wird dahingegen in vereinzelten ILE-Gemeinden (z.B. Obermichelbach) vermehrt darauf geachtet, dass nur so viele Bewohner zuziehen können, wie aktuell mit sozialen und medizinischen Dienstleistungen versorgt werden können. Das Einwohnerwachstum wird hier durch die schrittweise Ausweisung von Bauplätzen gesteuert.

Freie Bau- und Brachflächen zur Stärkung der Innenwicklung

In allen Gemeinden des ILE-Gebiets besteht in Form von freien Bauflächen und Brachflächen Potenzial Innenentwicklungen zu stärken. Typische Probleme die bei der Nutzbarmachung von freien Bauflächen auftreten können, sind oftmals fehlende Verkaufsbereitschaft der Eigentümer oder ungeklärte Eigentumsverhältnisse (Erbgemeinschaften). Daher stellen innerörtliche freie Bauflächen in den meisten Fällen ein eher mittelfristiges Potenzial für Nachverdichtungsmöglichkeiten dar.

Wenig leerstehende Gebäude in Wohngebieten der 60er Jahre

Der anhaltende Bedarf an Wohnraum veranlasst, dass leerstehende Bestandsimmobilien zeitnah verkauft und saniert bzw. verkauft, rückgebaut und neugebaut werden können und dadurch wenig Häuser in den Wohngebieten leer stehen.

In Wohngebieten der 60er, 70er und 80er Jahre erfolgt durch diesen eigenständigen Prozess eine Durchmischung der Bewohnerstruktur und Verjüngung der Altersstruktur.

Wohnraumberatung für Senioren im Landkreis Fürth

In der vom Landkreis Fürth angebotenen Wohnraumberatung werden älteren Menschen Varianten der Wohnraumanpassung erläutert, um ihnen auch im hohen Alter ein selbstständiges Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.

Schwächen

Begrenzte Anzahl von Mietwohnungen für Singles, Alleinerziehende und Senioren

Die Ausweisung von Wohnbauflächen bezieht sich im Überwiegenden auf freistehende Einfamilienhäuser für junge Familien. Bislang fehlt es im ILE-Gebiet an Mietwohnungen oder auch an Eigentumswohnungen für junge Paare, Singles, Alleinerziehende, Familien und ältere Mitbewohner.

Wenig Angebot an barrierefreien Wohnungen

Im Hinblick auf den demografischen Wandel sind vermehrt barrierefreie Wohnungen für ältere sowie körperlich beeinträchtigte Mitbewohner in der Nähe zu Versorgungseinrichtungen erforderlich und wünschenswert. Die Zahl an barrierefreien Wohnungen in den ILE-Gemeinden ist aktuell jedoch beschränkt und ausbaufähig.

Anhaltender Siedlungsdruck / Flächenver- brauch durch Ausweisung von Wohnbauland

Die Ausweisung neuer Wohngebiete für freistehende Einfamilienhäuser auf der grünen Wiese steht einem sparsamen Umgang mit Grund und Boden entgegen. Auch wenn der Bedarf an Wohnbauflächen besteht, ist bei der Entwicklung von Wohnbaugebieten darauf zu achten, maßvoll und verträglich in Natur und Landschaft einzugreifen.

Beeinträchtigung des Landschaftsbildes

Neben einer bislang fehlenden Begrünung der Ortsränder an Neubaugebieten, passen sich die Gebäude aufgrund variierender Dachformen teilweise nicht in die Landschaft ein. Dies trifft beispielsweise bei den Neubaugebieten in Wilhermsdorf und Seukendorf zu.

Starke Verdichtung von Wohngebieten der 60er, 70er und 80er Jahre

In den Wohngebieten finden, wie unter „Stärken“ beschrieben, vermehrt Bewohnerwechsel statt. Mit der einhergehenden Folge, dass Wohngebäude umgebaut oder neu gebaut werden. Hierbei werden vermehrt zusätzliche Wohneinheiten im Gebäude untergebracht sowie Grundstücke in Vorder- und Hinterliegergrundstücke geteilt.

Die Grundstücksteilungen können aufgrund von Geh-, Fahr- und Leitungsrechten langfristig zu Komplikationen bei Grundstücksverkäufen führen und sollten daher vermieden werden.

Die zusätzlichen Wohneinheiten bedürfen mehr Stellflächen, d.h. mehr versiegelte Fläche und verursachen eine höhere Auslastung der technischen Infrastruktur. Bei dieser Entwicklung, gilt es darauf zu achten, wieviel Dichte ein gewachsenes Wohn- gebiet verträgt, um deren Wohnqualität nicht zu mindern.

Leerstehende Gebäude mit schlechter Gebäudesubstanz in den Ortskernen

Insbesondere in Wilhermsdorf und Langenzenn stehen in der Ortsmitte städtebaulich prägende denkmalgeschützte Gebäude leer und prägen das Ortsbild vermehrt negativ. Der andauernde Leerstand vermindert die Bausubstanz mehr und mehr, sodass zeitnah Handlungsmöglichkeiten erforderlich sind.

Einschränkung der Siedlungsentwicklung durch naturschutzfachliche Gegebenheiten (FFHGebiete, Wasserschutz), Stromtrassen und Deponien

Aufgrund von bestehenden Schutzgebieten (FFH, Natura 2000), dem Flusslauf der Zenn und einzuhaltenden Überschwemmungsgebieten, Stromtrassen und / oder Deponien ist die Siedlungsentwicklung insbesondere in Veitsbronn, Wilhermsdorf und Obermichelbach begrenzt.

Chancen

Positive Bevölkerungsentwicklung bietet Chance für nachhaltiges Wachsen, Auslastung der Infrastruktur und Beleben der Innenorte

Vereinzelt besteht attraktive historische Bausubstanz in den Innenorten. Attraktiv sanierte Bausubstanz kann das Ortsbild der ILE-Gemeiden aufwerten und Wiedererkennungsmerkmale schaffen. In erhaltenswerten Gebäuden können insbesondere in der Ortsmitte, gemeindliche / öffentliche Funktionen untergebracht und so einer neuen Nutzung zugeführt werden.

Flächenreserven im Siedlungsgebiet

Das Potential an Flächenreserven ermöglicht bei Bedarf eine maßvolle, verträgliche und angepasste Weiterentwicklung der ILE-Gemeinden. Wird künftig das Angebot an Wohnformen erhöht, entsteht Wohnraum für verschiedene Lebensphasen und bietet ILE-Bewohnern die Möglichkeit dauerhaft im Heimatort zu leben.

Vermarktung der Wohnqualität „vor den Toren“ der Arbeitsplätze

Die Nähe zum Arbeitsplatz und zur Natur weist für Bewohner im ILE-Gebiet eine hohe Wohnqualität auf. Mit Hilfe einer Vermarktungsstrategie kann die Besonderheit des ILE-Gebiets bekannter gemacht werden und an Attraktivität sowie weiter an Bewohnern gewinnen.

Gemeinsame Koordination der Siedlungsflächenentwicklung / interkommunales Flächenmanagement

Durch die interkommunale räumliche Steuerung der kommunalen Ausweisung von Siedlungsflächen ergibt sich die Chance den bedeutenden Standortfaktoren „Natur“ zwischen den einzelnen Kommunen zu bewahren. Damit kann der Eingriff in Natur und Landschaft maßvoll und verträglich gestaltet werden.

Aufnahme und Integration Asylsuchender / Asylberechtigter / anerkannter Flüchtlinge

Das ILE-Gebiet ist aufgrund der Nähe zur Stadt sowie der guten Integrationserfahrungen und einer überwiegend gut getakteten ÖPNV-Anbindung ge- eignet Wohnungen für Asylsuchende oder Asylberechtigte vorzusehen.

Ländliche Entwicklung / Dorferneuerung

Um die Vielfalt und Lebendigkeit in den Ortskernen (auch der Ortsteile) zu halten und um die Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Dörfern zu erhalten / verbessern, können mit Mitteln der Dorferneuerung Planungen und Maßnahmen gefördert werden. Im Bereich Wohnen sind es u.a.

  • Untersuchungen, Moderationen, Aktionen, Beratungen und Öffentlichkeitsarbeit,
  • Konzepte und Planungen zur Dorf- bzw. Gemeindeentwicklung,
  • Wiederbelebung leerstehender Bausubstanz für öffentliche und gemeinschaftliche Zwecke,
  • Erwerb und Verwertung von Gebäuden und Grundstücken zur Innenentwicklung,
  • Bodenordnung, Vermessung und Abmarkung,
  • Um-, An- und Ausbaumaßnahmen an Wohn-, Wirtschafts- und Nebengebäuden im privaten Bereich,
  • Gestaltung von Vorbereichs- und Hofräumen im privaten Bereich
Risiken

Leere Innerorte und „Schlafstätten“ an den Rändern

Bei stärkerer Ausweisung von Wohnbauflächen auf der „grünen Wiese“ ohne gleichzeitige Stärkung der Innenentwicklung, kann es dazu führen, dass die Ortsmitten an Attraktivität und Lebendigkeit verlieren und die Neubaugebiete am Ortsrand zu „Schlafstätten“ werden. Das bedeutet, dass die Bewohner der Neubaugebiete am Morgen zur Arbeit fahren, nach Feierabend wieder zurückkehren und wenig zum Gemeinschaftsleben in den ILE-Gemeinden beitragen.

Fehlende Konzepte für die Umnutzung ehemaliger landwirtschaftlicher Gebäude

Mit einer gesamtheitlichen Vorgehensweise für die Umnutzung bzw. den Umgang mit landwirtschaftlichen Gebäuden können Leerstand und Verfall dieser Gebäude vermindert werden.

Investorenplanungen

Durch den Nachfragedruck ausgelöste überhastete Planungen können Gestaltungsmängel und Funktionsmängel geschaffen werden, die nachhaltig negativ in Ortsbild etc. wirken können.

Infrastrukturkosten als Zukunftsbelastung

Wenn in kleineren Ortsteilen die Infrastruktur, aufgrund Einwohnerabnahme, nicht vollständig ausgelastet ist, kann dies langfristig zu einer finanziellen Belastung (Instandhaltungskosten) der Gemeinde führen.

Wegbrechen der Dorfgemeinschaft

Mit dem Zuzug zahlreicher neuer Bewohner ohne Verbindung zur Gemeinde bzw. Dessinteresse am örtlichen Gemeindeleben, kann die Aktivität und damit Attraktivität in den Gemeinden (Vereinsleben, Ehrenamt) abnehmen und das Zusammenleben negativ beeinflusst werden.

Unattraktive Ortsränder / Ortseingänge durch anhaltenden Flächenverbrauch und fehlende Einbindung in die Landschaft

Werden die Ortsränder von Neubaugebieten weder begrünt noch in die Landschaft eingebunden, können unattraktive Ortsränder entstehen, die von der Landschaft aus nicht sehr einladend wirken.

Mit Hilfe von Bebauungsplänen können Ortsrandeingrünungen sowie die Gestalt der Gebäude so festgelegt werden, dass ein verträglicher Übergang der Siedlungsflächen zur offenen Landschaft entstehen kann.

Gewerbe

Stärken


Gut ausgelastete Gewerbeflächen und gewerblich genutzte Gebäude

In den ILE-Gemeinden bestehen eine Vielzahl an traditionellen Handwerkern, Dienstleistungen und sonstigen gewerblichen Unternehmen, sodass die Flächen und Räume für gewerbliche Nutzungen gut ausgelastet sind.

Angemessene Anzahl Arbeits- und Ausbildungsplätze

Aufgrund der vorhandenen Handwerker, Dienstleistungen und sonstigen gewerblichen Unternehmen besteht eine gewisse Anzahl an Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Die kurzen Wege zwischen Wohn- und Arbeitsort bringen eine hohe Lebensqualität mit sich.

Durch die Arbeitsplätze kann ein Teil der Jugendlichen in der ILE gehalten werden.

Steigende Beschäftigungszentralität

2016 vermelden die ILE-Gemeinden in Summe 6318 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Gegenüber 2010 stellt dies eine Steigerung um 23% dar. Gradmesser für die Arbeitsmarktbedeutung der Gemeinden ist die Beschäftigtenzentralität, in der die Beschäftigtenzahl am Arbeitsort in Bezug zu den örtlichen Einwohnern gebracht wird und dies mit dem Verhältnis in Deutschland verglichen wird.


Hier wird deutlich, dass die Arbeitsmarktbedeutung in der Allianz keineswegs ausgeglichen ist. Bemerkenswert ist, dass auch die kleinen Gemeinden durchaus interessante Arbeitsplatzspender sind. Dennoch ist überall noch „Luft nach oben“, so dass über die  Gewerbeflächenentwicklung kritisch nachgedacht werden sollte.

Schwächen

Nebeneinander von Gewerbe und Wohnen

Aufgrund gewachsener Dorfstrukturen befinden sich insbesondere in Tuchenbach (Autowerkstätten) oder Puschendorf (Handschuhfabrik, Brillenfabrik) Gewerbebetriebe und Wohnnutzungen direkt nebeneinander. Von den Gewerbebetrieben ausgehende Lärm- oder Geruchsemissionen könnten hier zur Beeinträchtigung der Wohnqualität führen. Bislang sind keine Probleme bekannt.

Ausgelastete Gewerbeflächen / fehlender Gewerbepark

Die vorhandenen Gewerbeflächen und gewerblich genutzten Gebäude sind nahezu ausgelastet. Aktuell fehlt es den Gemeinden an gewerblichen Entwicklungsflächen > siehe Gewerbeflächenmanagement LK Fürth.

Schleichendes „Einschlafen“ einiger Ortskerne durch Wegfallen traditioneller Geschäfte

Die Anzahl von traditionellen Geschäften sinkt in den Ortskernen einiger ILE-Gemeinden, da Vielfalt und Angebot in den Supermärkten überragen. Durch den Verlust von traditionellen Einzelhändlern und Handwerkern, wie Kaufladen, Bäcker oder Metzger geht ein Stück Geschichte des Dorflebens verloren.

Unattraktive Ortseingänge durch Ansiedlung von Supermärkten und Gewerbegebieten

In Veitsbronn, Siegelsdorf, Wilhermsdorf, Ober- und Untermichelbach dominieren an einzelnen Ortseingängen unattraktive Gewerbeflächen sowie Einkaufsmärkte mit den dazu gehörigen Stellflächen. Die Ortseingänge sind hier weder städtebaulich abgerundet noch sehr einladend gestaltet.

Chancen

Gewerbeflächenspender für Stadt und Land

Die Nähe zur Stadt, die Anbindung an die B8 und die Bahnstrecke Nürnberg – Würzburg bilden eine gute Voraussetzung für Gewerbeflächen vor den Toren der Stadt.

Ländliche Entwicklung / Dorferneuerung

Mit Mitteln der Dorferneuerung können Planungen und Maßnahmen gefördert werden. Im Bereich Gewerbe sind es u.a.

  • Untersuchungen, Moderationen, Aktionen, Beratungen und Öffentlichkeitsarbeit,
  • Um-, An- und Ausbaumaßnahmen an Wohn-, Wirtschafts- und Nebengebäuden im privaten Bereich,
  • Kleinstunternehmen der Grundversorgung.
Risiken

Mittelstand und Handwerk ziehen weg

Aufgrund zu kleiner bzw. fehlender Gewerbeflächen kann es dazu kommen, dass Mittelstandsbetriebe und Handwerksbetriebe von den ILE-Gemeinden fortgehen und sich in Nachbarkommunen neue Standorte schaffen. Hierdurch nehmen die Anzahl an Arbeits- und Ausbildungsplätzen sowie die Steuereinnahmen der ILE-Gemeinden ab.

Soziale Infrastruktur und Bildung

Stärken

Schulstandort Langenzenn mit Gymnasium, Real-, Grund- und Mittelschule

Mit ihrem breitgefächerten Schulangebot ist die Stadt Langenzenn der maßgebliche Schulstandort innerhalb der Zenngrund-Allianz. Eine je nach Lage der Allianz-Gemeinden mehr oder weniger wohnortnahe Schulausbildung, die auch höhere Schulen umfasst, ist damit gewährleistet und ein Ausweichen auf den Schulstandort Fürth nicht zwangsläufig notwendig.

Breitgefächerte Bildungsangebote und Kurse der VHS und Vereine

Das aktive Vereinsleben in den Allianz-Gemeinden sowie die ebenfalls z.T. angebotenen VHS-Kurse bereichern das Freizeit- und Bildungsangebot und stärken damit auch den Zusammenhalt in der Bevölkerung.

Gutes Betreuungsangebot über kommunale/kirchliche Kitas/Kindergärten (vgl. LES, S. 19)

Das derzeit gute Betreuungsangebot (Kitas in kommunaler und kirchlicher Trägerschaft) im Allianz-Raum stärkt die Qualität der Wohnstandorte, sorgt für kurze Wege und erleichtert damit Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Bürgerhäuser, -säle, Dorfgemeinschaftshäuser in fast allen Gemeinden der Zenngrund-Allianz vorhanden

Bürgerhäuser, -säle und Dorfgemeinschaftshäuser bieten einen Rahmen für bürgerliches Engagement und sind damit eine wichtige Stütze im sozialen Gefüge der Allianz-Gemeinden. Hier besteht eine gute Grundauslastung – Treffpunkte sind in allen Gemeinden vorhanden bzw. im Bau. Lediglich ein paar größere Ortsteile vermissen solch ein Kommunikationszentrum. Dabei ist vorrangig bestehende leerstehende Bausubstanz zu entwickeln um ortsbildprägende Bausubstanz zu erhalten und die Ortszentren zu beleben bevor über Neubau nachgedacht wird.

Kommunale Jugendtreffs in Allianz-Gemeinden + Nachbarschaftshilfen Obermichelbach, Langenzenn

Über die in den Allianz-Gemeinden vorhandenen Jugendtreffs bestehen auch für jüngere Menschen wichtige Begegnungsstätten. Gute Beispiele für bürgerschaftliches Engagement sind auch die Nachbarschaftshilfen in Obermichelbach und Langenzenn, die gerade älteren Menschen die selbstbestimmte Lebensführung erleichtern.

 

Schwächen

Schließung der Mittelschule in Veitsbronn im März 2017

Mit der Schließung der Mittelschule Veitsbronn wurde das örtliche Schulangebot deutlich eingeschränkt und ein Ausweichen auf den ohnehin stark besetzten Schulstandort Langenzenn erforderlich. Dies wirkt einer wünschenswerten räumlichen Verteilung von Bildungsangeboten im Allianz-Raum entgegen.

Einrichtungen für pflegebedürftige Menschen nicht ausreichend (Aussage Langenzenn/ Obermichelbach)

Die in Langenzenn, Puschendorf, Wilhermsdorf und Veitsbronn vorhandenen Einrichtungen für flegebedürftige Menschen sind laut Aussage der Bürgermeister derzeit nicht ausreichend dimensioniert. Dies führt zu Einschränkungen in der wohnortnahen Versorgungsqualität und erhöhten Belastungen von Angehörigen.

Fehlende spezielle Treffpunkte für Jugendliche v.a. am Abend (z.B. Kneipe, Disco…)

lässt diese gezwungener Maßen in die umliegenden Städte pilgern – soweit sie mobil sind. Für unter 18-jährige ist es schwierig, sich außerhalb der Sportvereine abends mal gemütlich zusammenzusetzen.

Chancen

Weiterer Ausbau von Begegnungsstätten für Bürger (Bsp. Planung soziokulturelles Zentrum in Wilhermsdorf, Planung Bürgerhaus in Seukendorf) und Pflegeeinrichtungen (Langenzenn) 

Im Zuge des geplanten Ausbaus von Begegnungsstätten und Pflegeeinrichtungen werden der soziale Zusammenhalt in den Allianz-Gemeinden und die Versorgung von pflegebedürftigen Menschen verbessert. 

FabLab in der Mittelschule Veitsbronn ‚Highlight‘ im ländlichen Raum 

Mit dem ‚Fablab’ wird ein ansonsten überwiegend in Großstädten (z.B. Nürnberg) vorhandenes attraktives Angebot in den Allianz-Raum gebracht mit Ausstrahlung in den gesamten Landkreis Fürth. Nicht zuletzt wird damit auch der Austausch zwischen Kreativen/Tüftlern aus den Allianz-Gemeinden gefördert. 

Ausbau integrativer Kindertagesstätten 

Insbesondere beim Neubau von Kindertagesstätten kann das Konzept integrativer Kindertageseinrichtungen umgesetzt werden. Hiermit wird ermöglicht, dass Kinder mit und ohne Behinderung (körperlich oder geistig) gemeinsam gefördert werden. 

Ländliche Entwicklung / Dorferneuerung 

Um die Vielfalt und Lebendigkeit in den Ortskernen (auch der Ortsteile) zu halten und um die Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Dörfern zu erhalten / verbessern, können mit Mitteln der Dorferneuerung Planungen und Maßnahmen gefördert werden. Im Bereich soziale Infrastruktur und Bildung sind es u.a.

  • Untersuchungen, Moderationen, Aktionen, Beratungen und Öffentlichkeitsarbeit,
  • Verbesserung und Gestaltung innerörtlicher Straßen, Plätze und Freiflächen,
  • Wiederbelebung leerstehender Bausubstanz für öffentliche und gemeinschaftliche Zwecke,
  • Einrichtungen zur Förderung der Nahversorgung (z.B. Dorfläden), der Dorfgemeinschaft (z.B. Dorfgemeinschaftshäuser) oder der Dorfkultur (z.B. Dorfmuseen).
Risiken

Angebote im Bereich Kinderbetreuung halten mit zukünftigem Bevölkerungswachstum nicht Schritt, mit nachfolgendem Attraktivitätsverlust des Wohnstandorts

Ausreichend dimensionierte Kinderbetreuungsangebote sind mittlerweile ein wichtiger Standortfaktor bei der Wohnortwahl junger Familien. Sind diese Angebote nicht ausreichend vorhanden, schwächt dies die Attraktivität des Wohnstandorts für die davon Betroffenen ebenso wie für Familien, die sich mit dem Gedanken eines Umzugs in die Allianz-Gemeinden tragen.

 

Nahversorgung

Stärken

Grundversorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs (Lebensmittel, Gesundheit / Körperpflege) ist im Allianz-Raum im Wesentlichen gewährleistet 

Abgesehen von Tuchenbach ist in allen weiteren Gemeinden der Zenngrund-Allianz eine qualifizierte Grundversorgung der Bürger mit Gütern des täglichen Bedarfs gewährleistet. Eine wohnortnahe Versorgungsmöglichkeit ist insbesondere für weniger mobile Bevölkerungsgruppen essentiell und stärkt damit maßgeblich die Wohn- und Lebensqualität der Bevölkerung im Allianz-Raum. 

Weitgehend stabiler Bestand der maßgeblichen Angebotsstützen (Supermärkte / Lebensmitteldiscounter) 

Die für die Nahversorgung der Bevölkerung im Allianz-Raum maßgeblichen Angebotsstützen wie Supermärkte und Lebensmitteldiscounter sind ganz überwiegend gut im Markt positioniert. Somit ist deren Bestand – und damit die qualifizierte Grundversorgung der örtlichen Bevölkerung im Allianz-Raum – als weitgehend stabil zu betrachten. 

Angebotslücken im periodischen Bedarfsbereich (Bsp. Tuchenbach) werden mit Hilfe organisierter Einkaufsfahrten für weniger mobile Bevölkerungsgruppen zumindest abgemildert 

Die in Tuchenbach angebotenen Versorgungsfahrten zum REWE-Markt nach Obermichelbach bzw. zur Volksbank nach Veitsbronn bieten v.a. für in ihrer Mobilität eingeschränkte Bevölkerungsgruppen ein Angebot, das die örtlichen Defizite im Bereich der Nahversorgung abmildert. Mit Einführung des Bürgerbusses in Wilhermsdorf steigt hier insbesondere die Mobilität von Bewohnern der Ortsteile. 

Einzelne innovative Direktvermarktungsangebote vorhanden (z.B. Rosa Kuh, Spargelautomat) 

Die im Allianz-Raum vorhandenen Direktvermarktungsangebote ergänzen das örtliche Nahversorgungsangebot und stärken damit lokale und regionale Wirtschaftskreisläufe. 

Attraktives Ladenhandwerk mit Angebotsspezialisierung (Bsp. Dry Aged Beef, Metzgerei Kallert Puschendorf) 

In den Gemeinden des Allianz-Raums zeigt sich ein überwiegend attraktiver Besatz im Bereich des Ladenhandwerks. Diese Anbieter bilden eine wichtige Angebotsstütze in der örtlichen Versorgung. Über Angebotsspezialisierung, wie am Beispiel der Metzgerei Kallert in Puschendorf sehr gut zu beobachten ist, kann es zudem gelingen, zusätzliche Potenziale außerhalb des Allianz-Raums zu erschließen und damit die wirtschaftliche Tragfähigkeit abzusichern. 

Insgesamt gute Versorgung mit Allgemein- und Fachärzten und gesundheitsorientierten Dienstleistern im Allianz-Raum 

Trotz vereinzelter Defizite besteht alles in allem ein gutes Versorgungsniveau hinsichtlich der Versorgung mit Fachärzten und gesundheitsorientierten Dienstleistern im Allianz-Raum. Eine besonders hohe Konzentration derartiger Angebote findet sich dabei in Langenzenn. 

Schwächen

Vereinzelt Angebotsdefizite im Bereich Supermarkt / Vollsortimenter (begrenztes örtliches Potenzial u. gegenseitiger Wettbewerb) 

Nicht jede Gemeinde im Allianz-Raum verfügt derzeit über einen Supermarkt bzw. Vollsortimenter. Wie am Beispiel Tuchenbach sehr gut zu beobachten ist, verhindern das örtlich begrenzte Kaufkraftpotenzial sowie die Wettbewerbsstandorte in den Nachbarorten die Etablierung eines eigenständigen, wirtschaftlich tragfähigen lokalen Angebotes. 

Erreichbarkeit von Nahversorgungs- und Gesundheitseinrichtungen von weniger mobilen Bevölkerungsgruppen 

Weniger mobile Bevölkerungsgruppen sind auf Hilfe angewiesen, um z.B. zu Fachärzten zu gelangen oder spezielle Waren einzukaufen, da diese öftmals nicht mehr fußläufig erreichbar sind. 

Chancen

Stabilisierung der Nahversorgung durch Ausbau attraktiver Direktvermarktungsangebote (Bsp. „Angus-Rind“) mit ‚Strahlkraft‘ in den Raum N/FÜ/ER 

Der Ausbau attraktiver Direktvermarktungsangebote hält Kaufkraft vor Ort und stabilisiert dadurch die örtliche Nahversorgung. Hierzu zählen z.B. die „Rosa Kuh“ in Untermichelbach (24h – Automaten – Hofladen), der Ostertag´s Bio-Hofladen in Wilhermsdorf-Meiersberg oder der Eierautomat in Seukendorf. Dank ‚zugkräftiger’ Angebote (z.B. „Angus-Rind) kann es auch gelingen, zusätzliche Potenziale im einwohnerstarken Großraum N/FÜ/ ER zu erschließen, sofern diese Produkte gezielt und nachhaltig beworben werden. 

Aufbauend auf bestehenden Initiativen („Gutes aus dem Fürther Land“ des RM Lkr. Fürth) weitere Bewerbung von im Allianz-Raum erzeugten Lebensmitteln z.B. in der IG Regionalbuffet 

Um die Bekanntheit der Direktvermarkungsangebote im Allianz-Raum zusätzlich zu erhöhen, gilt es alle bereits vorhandenen Marketinginitiativen in der Region zu nutzen und auch Präsenz z.B. in der IG Regionalbuffet zu zeigen, die zahlreiche Direktvermarkter und Gastronomen in Mittelfranken auflistet. 

Ländliche Entwicklung / Dorferneuerung 

Mit Mitteln der Dorferneuerung können Planungen und Maßnahmen gefördert werden. Im Bereich Nahversorgung sind es u.a. 

  • Untersuchungen, Moderationen, Aktionen, Beratungen und Öffentlichkeitsarbeit, 
  • Verbesserung und Gestaltung innerörtlicher Straßen, Plätze und Freiflächen
  • Wiederbelebung leerstehender Bausubstanz für öffentliche und gemeinschaftliche Zwecke,
  • Einrichtungen zur Förderung der Nahversorgung (z.B. Dorfläden), der Dorfgemeinschaft (z.B. Dorfgemeinschaftshäuser) oder der Dorfkultur (z.B. Dorfmuseen),
  • Kleinstunternehmen der Grundversorgung.
Risiken

Angebotsausdünnung durch Nachfolgeproblematik, insbesondere in Ortsteilen 

Gerade in den weniger einwohner- und damit potenzialstarken Ortsteilen der Allianz-Gemeinden lässt sich eine erfolgreiche betriebliche Nachfolgeregelung aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Perspektiven und anderer beruflicher Interessen der möglichen Nachfolger oftmals nicht realisieren. In der Konsequenz dürfte sich daher das Angebot an v.a. kleinteiligen Nahversorgern (Ladenhandwerk) insbesondere in den Ortsteilen perspektivisch weiter reduzieren. 

Konkurrierende Entwicklungen im Ausbau der örtlichen Nahversorgung (z.B. Nahversorgungszentrum Langenzenn-West vs. gepl. Supermarkt/Drogeriemarkt in Wilhermsdorf) 

Ganz grundsätzlich sind konkurrierende Entwicklungen im Ausbau der örtlichen Nahversorgung zwischen Kommunen nie auszuschließen. Dies kann dann in Konsequenz dazu führen, dass z.B. Vollsortimenter bei der Standortwahl den potenzialstärkeren Standort wählen und die weniger stark ‚bestückte’ Nachbarkommune das ‚Nachsehen’ hat. 

Gastronomie / Übernachtung

Stärken

Z.T. gut eingeführte und bekannte Gaststätten mit ansprechendem Marktauftritt und guter gastronomischer Qualität 

Im Allianz-Raum sind einige gut eingeführte und bekannte Gaststätten vertreten, die mit guter Qualität ‚punkten’ und somit von der örtlichen Bevölkerung aufgesucht werden. 

Spitzengastronomie vertreten (Keidenzeller Hof mit Michelin-Stern) 

Mit dem Keidenzeller Hof (Langenzenn) verfügt der Allianz-Raum über ein attraktives Angebot in der Spitzengastronomie und damit ein gastronomisches ‚Aushängeschild’. 

Gastronomisch ‚verwertbare‘ Produkte aus dem Allianz-Raum (u.a. Spargel, Karpfen, Rindfleisch)

Im Allianz-Raum erzeugte Produkte bieten eine gute Voraussetzung für frische, regionale Küche und damit ein attraktives Speisenangebot, das ggf. auch über den Allianz-Raum hinaus ‚strahlen’ kann. 

Recht breites Angebot an diversen ausländischen Küchen (Schwerpunkt mediterran) 

Auch ausländische Küchen sind im Allianz-Raum vertreten, insbesondere in Langenzenn. Dank dieser gastronomischen Vielfalt ist ein Ausweichen auf weiter entfernt gelegene Angebote (z.B. in Fürth oder Nürnberg) nicht zwingend erforderlich. Dies hält die Bevölkerung – und damit Kaufkraft – vor Ort bzw. in der Region.

Gästehaus der Diakonie in Puschendorf 

Mit dem Gästehaus der Diakonie in Puschendorf verfügt der Allianz-Raum über einen der 12 größten Beherbergungsbetriebe im Landkreis Fürth (lt. aktueller Tourismus-Studie v. Kohl & Partner) und somit über ein Beherbergungspotenzial, das gerade mit Blick auf ‚sanften Tourismus’ bzw. Kurzurlaube im Allianz-Raum genutzt werden kann. 

Neue Übernachtungsangebote in Seukendorf und Langenzenn 

In Seukendorf besteht ab sofort die Möglichkeit im Hotel „Alter Hof“ zu übernachten. In Langenzenn bietet das „Rangau Designhotel“ seit 2016 Schlafplätze an. Diese zwei neuen Unterkünfte verbessern das Übernachtungsangebot in der Zenngrund-Allianz sehr. 

 

Schwächen

Gewerbliche Übernachtungsmöglichkeiten konzentrieren sich derzeit v.a. auf Langenzenn, Puschendorf, Seukendorf 

Abgesehen von Langenzenn, Puschendorf und Seukendorf mangelt es an gewerblichen Übernachtungsmöglichkeiten in den anderen Gemeinden des Allianz-Raums. Dadurch werden Umsatzpotenziale (z.B. Messegäste, Kurzurlauber, Monteure) nicht ausreichend genutzt. 

Geringe Kapazität an Übernachtungsmöglichkeiten 

Insgesamt fehlt es derzeit an verschiedenen Übernachtungsmöglichkeiten im Allianz-Raum. 

Ein Anteil von mehr als 50 % der recherchierten Gastronomiebetriebe im Allianz-Raum verzichtet derzeit auf eine eigene Internet-Präsenz. Dadurch werden Umsatzpotenziale (z.B. Gäste aus dem Umland der Zenngrund-Allianz) ‚verschenkt’. 

Chancen

Stärkung der fränkischen Wirtshauskultur (durch LEADER-Projekt in Obermichelbach) 

Im Zuge des durch LEADER-Mittel geförderten Projekts in Obermichelbach wird derzeit ein Konzept zum Erhalt bzw. zur Reaktivierung leerstehender Gasthäuser entwickelt, das auch in anderen Kommunen Anwendung finden kann. Somit leistet dieses Projekt einen wichtigen Beitrag zur Stützung und Stärkung der fränkischen Wirtshauskultur. 

Stärkung der Präsenz der gastronomischen Betriebe im Allianz-Raum im Internet 

Je präsenter und damit auffindbarer die gastronomischen Betriebe des Allianz-Raums im Internet sind, desto eher lassen sich bislang ungenutzte Umsatzpotenziale ‚heben’. 

Zielgruppenspezifische Ausrichtung und Vermarktung der Gastronomie- und Übernachtungsangebote (z.B. Familien, Messebesucher, Monteure) 

Vor dem Hintergrund der Nähe zum Ballungsraum Nürnberg/Fürth/Erlangen bietet die zielgruppenspezifische Ausrichtung und Vermarktung der Gastronomie- und Übernachtungsangebote eine Chance, zusätzliche Potenziale für den Allianz-Raum zu gewinnen. 

Integration der regionalen Produkte (s. Landwirtschaft) in die gastronomischen Angebote 

Die Integration regional erzeugter Produkte hebt die Qualität der gastronomischen Angebote und ist zugleich ein wichtiges Werbemittel. 

Ausbau des Beherbergungsangebots (Hotelplanung in Langenzenner Innenstadt) 

Mit den geplanten Vorhaben in Langenzenn und Seukendorf werden zusätzliche gewerbliche Beherbergungsangebote geschaffen. Diese Vorhaben leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der touristischen Infrastruktur (Stichwort Kurzurlaub, sanfter Tourismus) im Allianz-Raum, von der nicht zuletzt auch andere Gruppen (z.B. Messebesucher, Monteure) profitieren. 

Risiken

Rückgang des gastronomischen Angebots bei fehlender Qualität und mangelndem Marketing 

Gerät die Angebotsqualität ‚aus dem Blick’ und werden kontinuierliche Marketingmaßnahmen (z.B. Internet-Präsenz) vernachlässigt, besteht das Risiko eines Rückgangs des gastronomischen Angebots im Allianz-Raum. 

Die alleinige Getränke-Ausrichtung der Schankwirtschaften wird das „Wirtshaussterben“ weiter fördern. 

Kultur / Freizeit / Tourismus

Stärken

Aktives Vereinsleben

In allen Kommunen des Allianz-Raums lässt sich ein aktives Vereinsleben (Sport, Theater, Gesang) beobachten. Das gemeinsame Verbringen der Freizeit vor Ort stärkt den Zusammenhalt in der Bevölkerung und steigert nicht zuletzt auch die Lebensqualität. 

Umfangreiches Angebot an Sport- und Spielplätzen (u.a. Abenteuerspielplatz in der „ZennOase“) 

In den Gemeinden der Zenngrund-Allianz finden sich zahlreiche Sport- und Spielplätze, die wohnortnahe Freizeitbeschäftigungen erlauben. Mit dem Abenteuerspielplatz in der „ZennOase“ in Langenzenn besteht zudem ein attraktives Angebot für den gesamten Allianz-Raum und z.T. darüber hinaus. 

Zahlreiche Kulturangebote (z.B. Klosterfestspiele, Freilichtbühne Kulturhof Langenzenn)

Im Allianz-Raum findet sich eine Vielzahl an kulturellen Angeboten. Unter touristischen Gesichtspunkten sind dabei v.a. die o.g. Veranstaltungen in Langenzenn zu erwähnen, die bereits heute aktiv beworben werden und über die Grenzen der Stadt und der Allianz hinaus bekannt sind. 

Infrastruktur für größere Veranstaltungen (Veranstaltungshallen in Veitsbronn, Puschendorf, Obermichelbach) vorhanden 

Dank mehrerer Veranstaltungshallen bietet der Allianz-Raum gute infrastrukturelle Voraussetzungen für größere Veranstaltungen, welche auch die Bekanntheit der einzelnen Orte – und damit des gesamten Allianz-Raums – steigern. 

Hoher Freizeitwert durch Nähe zur Natur -„Zen(n)tral im Grünen“ 

Die Nähe zur Natur erlaubt Freizeitaktivitäten ‚direkt vor der Haustüre’ und ist damit ein maßgeblicher Faktor für die hohe Wohn- und Lebensqualität im Allianz-Raum. 

Veitsbad (Freibad) mit überlokaler Bekanntheit 

Mit dem Freibad in Veitsbronn besteht in den Sommermonaten ein Freizeitangebot, das deutlich über die Grenzen der Gemeinde hinaus ‚strahlt’. 

Schwimmhallen in Langenzenn und Wilhermsdorf 

Mit den Schwimmhallen in Langenzenn und Wilhermsdorf besteht auch für „Wasserbegeisterte“ ein entsprechendes Angebot, das im Zuge des geplanten Neubaus in Langenzenn perspektivisch in seiner Attraktivität noch gesteigert werden könnte. 

„Schlechtwetterangebote“ (Heimatmuseum Langenzenn, Indoor-Soccer-Halle) vorhanden 

Die aus touristischer Sicht ebenfalls wichtigen ‚Schlechtwetterangebote’ konzentrieren sich v.a. auf Langenzenn als größte Kommune im Allianz-Raum. 

Attraktive und ggf. touristisch relevante Baudenkmäler (u.a. Kirchen in Wilhermsdorf, Veitsbronn) 

Mit einigen kunsthistorisch wertvollen Baudenkmälern – zu nennen sind hier neben der historischen Klosteranlage Langenzenn u.a. auch die Wehrkirchen in Veitsbronn und Seukendorf sowie die Barockkirche in Wilhermsdorf – verfügt der Allianz-Raum über touristisch relevante Zielpunkte insbesondere auch für Tagesausflügler aus dem nahegelegenen Ballungsraum. 

Golfanlage Puschendorf, Swingolf in Langenzenn 

Die Golfanlagen in Puschendorf und Langenzenn bereichern nicht nur das örtliche Freizeitangebot, sondern stellen auch für den Allianz-Raum als Ganzes eine Besonderheit dar. 

Zenntalradweg führt als Premiumradweg und Hohenzollernradweg als Themen-Radweg durch das Allianz-Gebiet 

Über den als Premiumradweg klassifizierten Zenntalradweg sowie den Mittelalter-Themen-Radweg „Hohenzollern“ finden bereits heute Fahrrad-Touristen ihren Weg in die Zenngrund-Allianz. 

Allianz-Gemeinden über bestehendes Radwegenetz und Wanderwege gut miteinander verbunden 

Das bestehende Rad- und Wanderwegenetz erlaubt wohnortnahe Freizeitbeschäftigungen und verbindet die Allianz-Gemeinden. Ein Ausbau der Rad- und Wanderwegeverbindungen (Lückenschluss) würde die Attraktivität der ILE für Radfahrer, Wanderer weiter erhöhen. 

Schwächen

Derzeit geringe Außenwirkung und Bekanntheit des Allianz-Raums als stadtnahe Freizeit-und Naherholungsdestination in der westlichen Metropolregion Nürnberg 

Trotz einiger beworbener Veranstaltungen (z.B. in Langenzenn) tritt die Zenngrund-Allianz insgesamt als stadtnahe Freizeit- und Naherholungsdestination bislang kaum in Erscheinung. 

Geringe Anzahl von Wohnmobilstellplätzen (lediglich Campingplatz Eichensee, Langenzenn) 

Für die unter touristischen Aspekten zunehmend wichtigen Wohnmobilisten stehen im gesamten Allianz-Raum nur wenige Stellplätze am Campingplatz Eichensee zur Verfügung. 

Im Vergleich zu Bayern (6,6), Mittelfranken (4,4) und Nürnberg (5,5) besteht im Landkreis Fürth (1,4) eine sehr geringe Tourismusintensität. Laut einer aktuellen Tourismus-Studie für den Landkreis Fürth ist die Tourismusintensität (Verhältnis gewerblicher Übernachtungen zu Einwohnern) im Vergleich zum Bezirk Mittelfranken und zur Stadt Nürnberg sehr gering (Quelle: Tourismus-Studie v. Kohl & Partner). 

Geringe Aufenthaltsdauer der Gäste im Lkr. Fürth 

Die laut Tourismus-Studie festgestellte Aufenthaltsdauer von 1,98 Tagen im Jahr 2015 zeigt auf, dass der Landkreis Fürth und damit auch die Zenngrund-Allianz derzeit v.a. als Kurzurlauber-Ziel wahrgenommen werden. 

Chancen

Entwicklung „Sanfter Tourismus“ im Zenngrund 

In Anbetracht der Nähe zur Natur und den vorhandenen infrastrukturellen Einrichtungen (z.B. Zenntalradweg, Freibäder) bietet sich die Fokussierung der Zenngrund-Allianz auf Formen eines nachhaltigen bzw. „sanften Tourismus“ (möglichst geringe Einwirkung auf die Natur, intensives Naturerlebnis) an. 

‚Schnüren‘ von Gesamtpaketen (Übernachtung/ Gastronomie/Veranstaltung) und Bewerbung in der Region (Bsp. Citymanagement Langenzenn) 

Wie bereits vom Citymanagement in Langenzenn umgesetzt, erhöht die Bündelung von Angeboten und Aktivitäten die touristische Attraktivität des Allianz-Raums. 

Bessere Vernetzung der kulturellen Angebote z.B. im Rahmen des Regionalmanagements (Lkr. Fürth) 

Um die Auslastung der Veranstaltungen zu verbessern und damit auch die Attraktivität des Veranstaltungsortes zu erhöhen, ist eine gemeinsame Vermarktung der kulturellen und touristischen Angebote anzustreben > z.B siehe Veranstaltungskalender LK Fürth. 

Geplante Naturbühne in Langenzenn-Horbach (LEADER-Projekt) mit Strahlkraft für gesamten Allianz-Raum und die Region 

Mit der geplanten Naturbühne in Langenzenn-Horbach besteht die Chance, ein für den gesamten Allianz-Raum und die Region attraktives und besonderes Angebot zu schaffen, das in dieser Form in der näheren Umgebung nicht besteht. 

Aufnahme von Langenzenn in die „Burgenstraße“ bietet Anknüpfungspunkt für weitere Angebote aus dem Allianz-Raum 

Die Mitgliedschaft der Stadt Langenzenn in der „Burgenstraße“ bietet auch für andere Angebote aus dem Allianz-Raum (z.B. Gastronomie) die Chance, über ‚geschnürte Pakete’ von der gesteigerten touristischen Bekanntheit Langenzenns zu profitieren. 

Erdbunker-Mahnmal Veitsbronn (LEADER-Projekt) als Anknüpfungspunkt zu „Nürnberger Unterwelten“ 

Der Erdbunker-Mahnmal in Veitsbronn könnte z.B. inhaltlich mit den „Nürnberger Unterwelten“ in Verbindung gebracht werden. Durch gemeinsame Vermarktung könnte eine größere Bekanntheit des gepl. Mahnmals in Veitsbronn geschaffen werden. 

Naturnähe mit hohem Freizeitwert bietet Potenzial für Naherholung und Kurzurlaub 

Durch die Nähe zur Natur und zum Ballungsraum Nürnberg/Fürth/Erlangen ist der Allianz-Raum v.a. als Reiseziel für Naherholung und Kurzurlaube interessant. Dies gilt es mit entsprechenden Angeboten und begleitet von Marketingmaßnahmen auszubauen. 

Ausbau des Angebots an Wohnmobilstellplätzen 

Mit dem Ausbau des Angebots an Wohnmobilstellplätzen kann es gelingen, den Allianz-Raum ‚auf den Radarschirm’ einer kaufkraftstarken und zunehmend wichtiger werdenden Touristen-Gruppe zu bringen. 

Radfahrer und Familien als wichtige touristische Zielgruppen im Allianz-Raum 

Aufgrund der Naturnähe, vorhandener Radwege und eines umfangreichen Freizeitangebotes (u.a. Spielplätze) sind Radfahrer und Familien ebenfalls wichtige touristische Zielgruppen. 

Ländliche Entwicklung / Dorferneuerung 

Mit Mitteln der Dorferneuerung können Planungen und Maßnahmen gefördert werden. Im Bereich Kultur / Freizeit und Toruismus sind es u.a. 

  • Untersuchungen, Moderationen, Aktionen, Beratungen und Öffentlichkeitsarbeit, 
  • Verbesserung und Gestaltung innerörtlicher Straßen, Plätze und Freiflächen
  • Wiederbelebung leerstehender Bausubstanz für öffentliche und gemeinschaftliche Zwecke,
  • Ausstattung mit Kultur-, Freizeit- und Erholungseinrichtungen.
Risiken

In der Summe zu geringes touristisches Potenzial, um im ‚Reigen‘ der bekannten und ‚eingeführten‘ Tourismusregionen im regionalen Umfeld als eigenständige Tourismusregion wahrgenommen zu werden 

Der Allianz-Raum ist aufgrund seiner Lage in erster Linie als stadtnaher Naherholungsraum und Kurzurlauber-Ziel interessant. Größere touristische Attraktionen fehlen hingegen. Insofern fehlen Voraussetzungen, als eigenständige ‚klassische’ Tourismusdestination wahrgenommen zu werden. 

Starke Konkurrenz durch Nähe zu N/FÜ/ER und den dortigen Freizeit- bzw. touristisch relevanten Angeboten 

Die umfangreichen Freizeit- und Tourismus-Angebote in den nahegelegenen Städten Nürnberg/ Fürth/Erlangen bilden eine starke Konkurrenz und können die Entwicklung eigenständiger, über den Allianz-Raum ausstrahlender Freizeit- und Tourismusangebote deutlich einschränken. 

Zenngrund gerät mit Blick auf die ‚Schwergewichte‘ im Landkreis Fürth (Cadolzburg, Playmobil, Palm Beach, Faber Castell) ‚ins Hintertreffen‘ 

Im direkten Vergleich zur südlichen Allianz Biberttal-Dillenberg kann der Allianz-Raum nicht mit vergleichbar zugkräftigen und ausstrahlungsstarken Angeboten ‚aufwarten’. 

Technische Infrastruktur / Verkehr

Stärken

Gute Verkehrsanbindung an Metropolregion und übergeordnete Straßen 

Alle ILE-Gemeinden erreichen in maximal 7 km Entfernung die Bundesstraße B 8, über die Nürnberg (20-30 km) in östlicher und Würzburg (80-90 km) in westlicher Richtung zu erreichen sind. 

In Nürnberg besteht Anschluss an die BAB A 73, BAB A 6, BAB A 9 und BAB A 3. Über Herzogenaurach besteht Anschluss an die BAB A 73 und BAB A 3. 

Gute Anbindung an die Bahnlinie Nürnberg – Würzburg und Zenngrundbahn (Regional- und S-Bahnen) 

Die Gemeinden Puschendorf und Veitsbronn mit dem Ortsteil Siegelsdorf sind an die Bahnlinie R1 angebunden, die werktags stündlich bzw. 22-mal täglich zwischen Nürnberg und Würzburg verkehrt. 

Wilhermsdorf ist an die stündlich fahrende Zenngrundbahn (Markt Erlbach – Siegelsdorf) angebunden. Diese verkehrt im Zeitraum von 5.00 und 23.00 Uhr 8-mal direkt zwischen Wilhermsdorf und Nürnberg und 11-mal zwischen Wilhermsdorf und Siegelsdorf. In Siegelsdorf besteht Anschluss Richtung Nürnberg und Würzburg. 

Gute ÖPNV-Anbindung der Hauptorte (VGN) 

Die Hauptorte der ILE-Gemeinden sind mit Bus und Bahn grundsätzlich gut an den ÖPNV angebunden. Insbesondere die Orte Siegelsdorf, Puschendorf, Langenzenn und Wilhermsdorf sind an die Bahnlinie Nürnberg-Würzburg bzw. die Zenngrundbahn angebunden. 

Die anderen Hauptorte der ILE-Gemeinden sind über die Buslinien der VGN Tuchenbach, Obermichelbach und Seukendorf an den Großraum Nürnberg, Erlangen und Fürth angebunden. 

Nightliner-Anbindung an den Wochenenden 

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember Jahr 2016 sind alle ILE-Gemeinden an den Nightliner angebunden. 

Mit der Linie N22 (Seukendorf, Veitsbronn, Langenzenn, Wilhermsdorf) und N23 (Veitsbronn, Puschendorf, Tuchenbach, Obermichelbach) wird die stündliche Anbindung ILE-Gemeinden (Hauptorte) in den Nachstunden am Wochenende sowie in den Nächten zu Feiertagen sichergestellt. 

Direkte Anbindung an Rad- und Wanderwege 

In der naturnahen Umgebung im ILE-Gebiet verlaufen zahlreiche Rad- und Wanderwege. Die Bekanntesten sind hier der Fernradwanderweg „Zenntalradweg“, der entlang der Zenn durch Wilhermsdorf, Langenzenn und Veitsbronn verläuft,der Fernwanderweg „Main-Donau-Weg“, der in Veitsbronn den Zenntalradweg kreuzt sowie der Hohenzollernradweg, der von Nürnberg / Fürth über Veitsbronn und Langenzenn Richtung Cadolzburg führt. Auch Veitsbronn und Puschendorf sind mit einem Radweg (straßenbegleitend Puschendorfer Straße / Fürther Straße) verbunden. 

Intakte technische Infrastruktur 

Die technische Infrastruktur (Kanäle, Straßenbeleuchtung) ist insbesondere in den Wohngebieten in einem intakten Zustand. 

Mitglied des Landkreises in der AGFK (Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e.V.) 

Die AGFK engagiert sich für mehr Radverkehr und somit für Lebensqualität und Umweltschutz. Handlungsschwerpunkte im Landkreis Fürth sind u.a. die Vernetzung mit den umliegenden Landkreisen und Städten, Familienfreundliche Radwege sowie die Förderung des Stellenwertes des Radverkehrs im Modal Split. Über die AGFK arbeiten 14 Kommunen des Landkreises bei der Förderung des Radverkehrs zusammen. 

Bürgerbus Langenzenn, Wilhermsdorf, Veitsbronn 

Für eine bessere Anbindung der Ortsteile im ILE-Gebiet sowie des Stadtgebiets wurde 2011 in Langenzenn der BüBla – der „Bürgerbus Langenzenn“, der von ehrenamtlichen Bewohnern bedient wird, eingeführt. 

Jeweils ein Bürgerbus, zur besseren Anbindung der Ortsteile, wurden im Oktober 2016 in Markt Wilhermsdorf und im Juli 2017 in Veitsbronn eingeführt. Finanziert wurden diese über ein LEADER-Projekt. 

Schwächen

Hohes Verkehrsaufkommen durch MIV / Pendlerverkehr / Durchgangsverkehr 

Da die Gemeinden Seukendorf, Puschendorf und Veitsbronn auf der Pendlerstrecke zwischen B8 und Herzogenaurach sowie Ansbach und Erlangen liegen und gleichzeitig auch das Verkehrsaufkommen aus dem Landkreis Neustadt/Aisch (Emskirchen, Hagenbüchach, Pirkach) aufnehmen, ist hier der Durchgangsverkehr sehr hoch. 

Nachteilig ist das Verkehrsaufkommen innerorts insbesondere für Anwohner (Lärm) und Fußgänger sowie Radfahrer (Sicherheit). 

Unzureichende Taktung der Bus- und Bahnlinien – Ausbaufähiges öffentliches Verkehrsnetz 

Neben den Bahnlinien verkehren mehrere Buslinien der VGN und Schulbuslinien (Verkehrsgesellschaft Nürnberg) im ILE-Gebiet. Die Taktung von Buslinien an den Wochentagen (Pendler) sowie die Taktung der Zenngrundbahn ist in den Abendstunden bislang unattraktiv. 

Die Verbindung der ILE-Gemeinden untereinander ist in den Abendstunden am Wochenende unzureichend. Der Nightliner fährt nach Halt in Wilhermsdorf ohne weiteren Halt in Langenzenn, Veitsbronn und Seukendorf direkt Richtung Fürth. 

Zusätzlich sind Tarife der VGN nicht übersichtlich („Tarifdschungel“) aufbereitet und für einen attraktiven ÖPNV zu teuer. 

Beschränkte ÖPNV-Anbindung der Ortsteile 

Die einzelnen Ortsteile der Gemeinden sind je nach Lage teilweise nur über die Schulbuslinien angebunden. Die Mobilität für Jugendliche, Senioren sowie für Bewohner ohne eigenen Pkw ist daher stark eingeschränkt. 

ILE-Gemeinde werden dadurch kaum beworben. 

Anbindung an Herzogenaurach und Erlangen 

Die ÖPNV-Anbindung an Herzogenaurach und Erlangen ist insbesondere in Langenzenn verbesserungswürdig. Dies zählt zum einen für die Taktung der Buslinien und zum anderen für die Anbindung mit der Bahn. 

Die Erreichbarkeit Erlangens mit den Pkw wird über die „Barrieren“ Regnitz, den Main- Donau- Kanal, die A 73 und die Bahntrasse, welche als „Nadelöhre“ gelten, erschwert. 

Lücken im Rad- und Wanderwegenetz im ILE-Gebiet 

Neben den unter „Stärken“ genannten Rad-und Wanderwegen gibt es verschiedene örtliche (Wander-)Rundwege. In Wilhermsdorf und Langenzenn sind in deren Verlauf, örtliche Sehenswürdigkeiten eingebunden und in einem Flyer bzw. auf der Gemeinde-Homepage erläutert. 

Ein zusammenhängendes Rad-und Wanderwegenetz mit einheitlicher Beschilderung gibt es im ILE-Gebiet bzw. über das ILE-Gebiet hinaus (Landkreis) nicht. Übergeordnete Rad- und Wanderwegen führen teilweise an den Ortsmitten vorbei. Hinweisschilder für örtliche Einkehrmöglichkeiten, Übernachtungsmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten fehlen bislang an den Rad- und Wanderwegen. Die Besonderheiten und gastronomischen Angebote der ILE-Gemeinde werden dadurch kaum beworben.

Radwanderwege

 

Chancen

Ausbaufähiges öffentliches Verkehrsnetz 

Bei weiterem Ausbau des ÖPNV-Netzes durch eine höhere Taktung kann die Anbindung der ILE-Gemeinden untereinander und an die Städte im Großraum verbessert werden. Voraussetzung hierfür sind attraktive Tarifangebote für Pendler, eine gute Infrastruktur (P+R-Parkplätze) und eine hohe Taktung zu Stoßzeiten. Hierdurch könnte der MIV entlastet und lange Wartezeiten im Stau eingeschränkt werden. 

Rad- und Wanderwegenetz ausbauen und verknüpfen 

Mit dem Ausbau des Rad- und Wanderwegenetzes im ILE-Gebiet und angrenzenden Gemeinden / Landkreis kann die Attraktivität der Region für die Bewohner des ILE-Gebiets sowie für Besucher erhöht werden. 

Hereinholen der Touristen in die Orte durch Anbindung örtlicher Rad- und Wanderwege 

Um Sehenswürdigkeiten und gastronomische Angebote der ILE-Gemeinden zu beleben sollten Rad-und Wanderwege durch die Ortskerne verlaufen bzw. clevere Beschilderungssysteme an Rad- und Wanderwegen angebracht werden. 

Radschnellwege als Alternative? 

Die Lage neben den Städten bietet das Potential Radschnellwege nach Fürth und Erlangen zu errichten, um den MIV zu verringern und die Lebensqualität der Bewohner weiter zu erhöhen. Der genaue Bedarf an Radschnellwegen (Nutzungsanalyse) ist vorab zu analysieren. 

Verknüpfung mit wichtigen „Standorten“ 

Die Anbindung an Orte mit zahlreichen Arbeitsplätzen, wie z. B. Herzogenaurach mit Expressbuslinien könnte ebenfalls den MIV im ILE-Gebiet verringern. 

Förderung der e-Mobilität / Anbieten von e-bikes / Pedelecs 

Mit dem Angebot an e-CarSharing / E-Bike-Verleih im ILE-Gebiet kann für Bewohner der ILE der Zugang zu E-Mobilität geschaffen werden. 

Anbieten von Elektrotankstellen (Wilhermsdorf, Veitsbronn, Obermichelbach) 

Um die Nutzung von E-Mobilität zu fördern ist der Ausbau von Infrastruktur (Ladestationen, kostenfreie Parkplätze, Nutzung Busspuren) erforderlich. In Obermichelbach und Wilhermsdorf (Festplatz) sind bereits öffentliche Ladesäulen vorhanden. 

Ländliche Entwicklung / Dorferneuerung 

Mit Mitteln der Dorferneuerung können Planungen und Maßnahmen gefördert werden. Im Bereich Technische Infrastruktur / Verkehr sind es u.a. 

Untersuchungen, Moderationen, Aktionen, Beratungen und Öffentlichkeitsarbeit, 

  • Verbesserung und Gestaltung innerörtlicher Straßen, Plätze und Freiflächen, 
  • Anlagen zur umweltfreundlichen oder klimaschützenden Ver- und Entsorgung (z.B. kleine Nahwärmenetze),
  • Infrastrukturen zur dorf- und bedarfsgerechten Verbesserung der Verkehrsverhältnisse,
  • Kernwegenetze.
Risiken

Ausbaufähiges öffentliches Verkehrsnetz 

Bei weiterem Ausbau des ÖPNV-Netzes durch eine höhere Taktung kann die Anbindung der ILE-Gemeinden untereinander und an die Städte im Großraum verbessert werden. Voraussetzung hierfür sind attraktive Tarifangebote für Pendler, eine gute Infrastruktur (P+R-Parkplätze) und eine hohe Taktung zu Stoßzeiten. Hierdurch könnte der MIV entlastet und lange Wartezeiten im Stau eingeschränkt werden. 

Rad- und Wanderwegenetz ausbauen und verknüpfen 

Mit dem Ausbau des Rad- und Wanderwegenetzes im ILE-Gebiet und angrenzenden Gemeinden / Landkreis kann die Attraktivität der Region für die Bewohner des ILE-Gebiets sowie für Besucher erhöht werden. 

Hereinholen der Touristen in die Orte durch Anbindung örtlicher Rad- und Wanderwege 

Um Sehenswürdigkeiten und gastronomische Angebote der ILE-Gemeinden zu beleben sollten Rad-und Wanderwege durch die Ortskerne verlaufen bzw. clevere Beschilderungssysteme an Rad- und Wanderwegen angebracht werden. 

Radschnellwege als Alternative? 

Die Lage neben den Städten bietet das Potential Radschnellwege nach Fürth und Erlangen zu errichten, um den MIV zu verringern und die Lebensqualität der Bewohner weiter zu erhöhen. Der genaue Bedarf an Radschnellwegen (Nutzungsanalyse) ist vorab zu analysieren. 

Ehrenamt gefragt 

Finden sich keine ehrenamtlichen Bürger, z.B. als Fahrer für Bürgerbusse, kann das Bürgerbuskonzept auch nicht umgesetzt werden. 

 

Natur / Landschaft / Wald / Gewässer

Stärken

Bunte und abwechslungsreiche Landschaft / vielfältige Wälder 

Die Landschaft im ILE-Gebiet ist sehr vielfältig geprägt durch Wiesen, Äcker, Wälder und Gewässer. Der Waldanteil in diesem nördlichen Landkreis Fürth beträgt 24 %, aufgeteilt auf viele (private) Waldbesitzer. Diese bunten Mischwälder liegen überwiegend in privater Hand und ungefähr die Hälfte des jährlich zuwachsenden Holzes wird nicht genutzt. 

Vorbildliche Forstwirtschaft / Waldpflege 

Die Forstwirtschaft im Landkreis Fürth hat ein hohes Niveau – gerade im Bezug auf Nachhaltigkeit und ökologische Aspekte. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF Fürth) ist stark im Bereich Aufklärung und Bildung tätig und bietet eine Fortbildung zum staatlich zertifizierten Waldpädagogen /-in an. 

Landwirte als Pfleger der (Kultur-)Landschaft 

Die bäuerliche Landwirtschaft hat im Allianzgebiet lange Tradition und ist auch heute noch prägend für das Landschaftsbild. Die Landwirte tragen maßgeblich zum Erhalt der (Kultur-)Landschaft bei. 

Zenn als landschaftliches Bindeglied im hochwertigen Naturraum 

Der Verlauf der Zenn mit seiner Talaue durch das ILE-Gebiet prägt das Landschaftsbild und die Topografie. Die kleinstrukturierten landwirtschaftlichen Flächen typisieren das Landschaftsbild im nördlichen Landkreis Fürth. Die direkte Nähe zu diesem hochwertigen Naturraum weist für die Bewohner der ILE eine hohe Lebens- und Wohnqualität auf. 

Ungestörte Uferzonen an der Zenn 

Entlang der Zenn, außerhalb der Siedlungsbereiche sind natürliche Uferzonen bzw. schmale Uferstreifen vorhanden, die langfristig geschützt werden sollen. 

Grüne Ortsränder an Wohngebieten der 60er, 70ger und 80ger Jahren 

Die Siedlungsränder der länger bestehenden Wohngebiete sind überwiegend begrünt und bilden einen sanften Übergang zwischen Siedlung und Landschaft. 

Schwächen

Kein gesamtheitliches Naturschutzkonzept für Waldbestände 

Ein gemeinsames Naturschutzkonzept für Waldbestände wäre wichtig, um die vielgestaltigen Strukturen und Kleinstlebensräume zu erhalten. Der Wald ist Rückzugsraum für seltene Arten, weil er ganzjährig Deckung und Nahrung bietet. (Anmerkung AELF: wird es in Bayern nicht geben) 

Fehlende(r) Biotopverbund /-vernetzung 

Um das Überleben bestimmter Arten zu sichern ist ein enges Netz von Einzelbiotopen erforderlich. Fehlende Trittsteine (einzelne Biotope) können die Überlebenschance von Tieren und Lebewesen erschweren. 

Ökologischer Zustand und Erlebbarkeit der Fließgewässer 

Gemäß Einstufung des Bayerischen Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz ist der ökologische Zustand der Fließgewässer III. Ordnung als mäßig einzustufen. Die Erlebbarkeit von Michelbach, Tuchenbach, Fembach und Stelzenbach / Ulsenbach – v.a. innerhalb der Ortschaften – ist aufgrund von Verrohrungen oder Begradigungen eingeschränkt.

Chancen

„Landschaftspflegeverband“ innerhalb der ILE bilden 

Ziel eines Landschaftspflegeverbands ist es die Vielfalt, Schönheit und Eigenart des ländlichen Lebensraums zu erhalten und zu fördern. 

Hier ist die Einbindung der Landwirte als Leistungsträger zur nachhaltigen Pflege und Gestaltung der Landschaft von wesentlicher Bedeutung. 

Renaturierung / Revitalisierung von Bachverläufen (Tuchenbach, Michelbach, Fembach, Stelzenbach / Ulsenbach) 

Bachverläufe wurden begradigt bzw. ausgebaut, so dass monotone Lebensräume entstanden. Um die ökologische Funktion dieser Fließgewässer wieder herzustellen sind Renaturierungsmaßnahmen erforderlich. 

Nutzung der Wälder 

Sowohl für die Holzgewinnung als auch als Erholungsraum bietet der Wald noch hohes Potential genutzt zu werden. Aufgrund des überwiegend privaten Eigentums ist hier ein ganzheitliches Konzept in enger Zusammenarbeit mit den Waldbesitzern notwendig. 

Initiative Boden:ständig 

Eine Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, in der engagierte Gemeinden und Landwirte gemeinsam aktiv sind. Die Landwirte engagieren sich mit erosionsmindernden Bewirtschaftungsmethoden, die Gemeinden an den Bächen – gemeinsam sind sie in der Fläche bei der Anlage von Puffersystemen aktiv. Kernelement ist das Prinzip der Freiwilligkeit. 

Unterstützt werden sie dabei vom ALE, den Landwirtschaftsämtern und dem Wasserwirtschaftsamt (siehe: www.boden-staendig.eu). 

Ländliche Entwicklung / Dorferneuerung 

Mit Mitteln der Dorferneuerung können Planungen und Maßnahmen gefördert werden. Im Bereich Natur / Landschaft / Wald und Gewässer sind es u.a. 

  • Untersuchungen, Moderationen, Aktionen, Beratungen und Öffentlichkeitsarbeit, 
  • Renaturierung und naturnahe Gestaltung von Fließgewässern und Dorfweihern,
  • Maßnahmen zur Verringerung von Hochwassergefahren für den Ortsbereich,
  • Gestaltung von Lebensräumen für die heimische Tier- und Pflanzenwelt.
Risiken

Erhalt der vielfältigen Waldflächen in ihren multifunktionalen Bedeutungen in Gefahr 

Aufgrund des Flächenfraßes im Verdichtungsraum werden neben landwirtschaftlichen auch forstwirtschaftliche Flächen immer mehr zu Siedlungs-und Verkehrsflächen umgewandelt. Hinzu kommt eine Beanspruchung durch unterschiedliche Interessen. Die Wirtschaft soll mit qualitativ hochwertigem Holz versorgt werden, die Waldeigentümer wollen hohe Erträge erwirtschaften und die Gesellschaft verlangt Leistungen für Umwelt und Erholung – was zu Nutzungskonflikten führen kann. 

Landwirtschaft /Landschaftspflege / Agrarstruktur

Stärken

Intakte Natur / Nähe zur Natur / Wohnen im Grünen 

Alle Gemeinden der ILE-Region profitieren von ihrer Lage in einer landschaftlich reizvollen Region mit direktem Anschluss an die Natur in kurzer Entfernung zur Stadt, was einen hohen Wohn- und Freizeitwert bewirkt. 

Intakte landwirtschaftliche Betriebe in jeder ILE-Gemeinde 

In jeder ILE-Gemeinde sind einige oder mehrere Landwirte aktiv. Sie produzieren u.a. Wild-, Schweine- und Rindfleisch, Geflügel, Karpfen, Eier, Kartoffeln, Spargel. Verschiedene Bauernhöfe betreiben auch Biomasse- / Biogasanlagen. Ein Anteil von etwa 4 % der landwirtschaftlichen Flächen werden von Biobauern bewirtschaftet – Tendenz stark steigend. Somit ist die Landwirtschaft in dieser Region breit aufgestellt im Bereich der Nahrungsmittelerzeugung und hinsichtlich nachwachsender Rohstoffe und es herrscht ein gesundes Miteinander von konventionellen und ökologischen Betrieben. 

Verkauf lokaler / regionaler Produkte / Direktvermarkter / Regionaltheke im REWE 

Viele der aktiven Landwirte verkaufen ihre Produkte direkt auf ihren Höfen und / oder auf Märkten. Hiermit besteht für Kunden der direkte Kontakt zur Herkunft der Ware. 

Hierzu zählen z.B. die „Rosa Kuh“ in Untermichelbach (24h – Automaten – Hofladen), der Ostertag´s Bio-Hofladen in Wilhermsdorf-Meiersberg oder der Eierautomat in Seukendorf. 

Die „Regionaltheke – von fränkischen Bauern“ ist eine Interessengemeinschaft der Regionalbewegung Mittelfranken, die auf die Vermarktung und den Verkauf regionaler Produkte abzielt. 

Diese regionalen Produkte werden an zahlreichen Verkaufsstellen in Mittel,- Unter- und Oberfranken angeboten, im ILE-Gebiet z.B. in den REWE-Supermärkten Obermichelbach, Langenzenn und Seukendorf.  Siehe „Regionaltheke“ unter: http://www.die-regionaltheke.info/ 

Erlebnis-Bauernhof (Langenzenn, Wilhermsdorf) 

Zwei Bauernhöfe in Langenzenn und Wilhermsdorf bieten Erlebnispädagogik am Bauernhof für Kinder und deren Eltern an. 

Landwirtschaft als Ausbildungsbetrieb und Arbeitgeber 

Die Bedeutung der vielfältigen Landwirtschaft für das ILE-Gebiet ist sehr hoch. Hier gilt es den Stellenwert in der Bevölkerung – v.a. als Ausbildungsmöglichkeit und Arbeitgeber – noch weiter hervorzuheben bzw. „schmackhaft“ zu machen. 

Schwächen

Ungesicherte Nachfolge bei landwirtschaftlichen Betrieben 

Bei einigen landwirtschaftlichen Betrieben ist die Nachfolge nicht gesichert. Langfristig kann es dazu führen, dass große landwirtschaftliche Höfe / Gebäude im Ort oder Aussiedlerbauernhöfe leer stehen. Mit dauerhaftem Leerstand von Gebäuden und Verfall der Bausubstanz kann das Ortsbild negativ beeinträchtigt werden. 

Kleinteiligkeit der landwirtschaftlichen Flächen 

Besitzzersplitterungen, verstreut liegende Pachtflächen und mangelnde Erschließungen führen zu durchschnittlich geringen Grundstücksgrößen. Aus gestalterischer Sicht prägt diese kleinstrukturierte Landwirtschaft zwar das typische Landschaftsbild in der ILE-Region – aus ökonomischer Sicht der Landwirte sind die kleinstrukturierten landwirtschaftlichen Flächen jedoch unrentabler als großflächige Bewirtschaftungsflächen. 

Flächenkonkurrenzen zur konventionellen Landwirtschaft 

Durch Konkurrenznutzungen in der Fläche wie Siedlungsflächenerweiterungen, naturschutzrechtlichen Einschränkungen sowie die Produktion von Energiepflanzen hat die konventionelle Landwirtschaft (Nahrungsmittelproduktion) immer weniger (ertragreiche) Fläche zur Verfügung. Diese Flächenkonkurrenzen sind langfristig gegeneinander abzuwägen, um ein gesundes Mit- und Nebeneinander weiterhin zu gewährleisten. 

Steigende Pachtpreise und Flächenkonkurrenz 

Durch die Nachfrage an Flächen für Biogaserzeugung steigen die Pachtpreise, was die Wirtschaftlichkeit für Landwirte mit konventioneller Bewirtschaftungsweise beeinträchtigt. 

Regionalmanagement-Projekte besser wahrnehmen 

Die vom Landkreis Fürth, insbesondere vom LEADER-Management bereits initiierten Projekte sind in den Gemeinden besser zu berücksichtigen. Im Rahmen der Erstellung des ILEK ist eine Verzahnung mit bestehenden Zielen und Projekten der „Ländlichen Entwicklungsstrategie – Landkreis Fürth“ erforderlich. 

Bessere Transparenz von regional erzeugten Produkten 

Anschriften und Produktangebot der Direktvermarkter sind zum Teil recht umständlich im Internet zu recherchieren bzw. überhaupt nicht zu finden. Ein Teil der Hofläden und Landwirte in Wilhermsdorf, Langenzenn, Puschendorf, Veitsbronn, Seukendorf, Obermichelbach sind auf der Internetseite des LK Fürths „Gutes aus dem Fürther Land“ aufgeführt. 

Teilweise schlechter Zustand der Feldwege 

Der Zustand der ländlichen Wege im ILE-Gebiet ist grundsätzlich verbesserungswürdig. Insbesondere, wenn große landwirtschaftliche Maschinen auf zu klein dimensionierten Wegen fahren, wird die Beschaffenheit der Wege weiter verschlechtert. 

Chancen

Nähe zu Stadt bietet Potenzial für bessere Vernetzung und Vermarktung regionaler Produkte (auf Märkten) + Natur / Erholung 

In der Stadt gibt es potenzielle Kunden, die Produkte von Direktvermarktern kaufen und auf den Erwerb regionaler Produkte achten. Die Nähe der Stadt bzw. die Nähe zum ländlich geprägten ILE-Gebiet bietet einige gute Voraussetzung für die Abnahme von regional erzeugten Produkte. 

Einbindung der Landwirtschaft als Leistungsträger zur nachhaltigen Pflege und Gestaltung der Landschaft 

Die Vielfalt der Landschaft im Zenntal-Gebiet wird seit je her bedeutend durch die Landwirte geprägt und gestaltet. Bei künftigen Landschaftsgestaltungskonzepten / -maßnahmen, Umsetzung von Naturschutzprogrammen etc. sind die Landwirte immer eng mit einzubinden. 

Gemeinsame Konzepte Naturschutz – Landwirtschaft 

Durch gemeinsame Konzepte können eher zusammenhängende Flächen sinnvoll genutzt werden, anstatt einzelne Flächenzersiedlungen zu produzieren (z.B. naturschutzfachliche gemeinsame Kompensationsflächen / -maßnahmen „Ökokonto“) 

Die Lehmgruben stellen für Wilhermsdorf und Langenzenn ein besonderes Potential, das touristisch (Freilichtbühne) sowie im Rahmen der Umweltbildung oder als kulturelles Angebot für Kinder und Jugendliche (Lehmwerkstatt) genutzt werden kann (siehe LES). 

Anbau „alter Sorten“ 

Das ländlich geprägte ILE-Gebiet bietet Potential zum Anbau alter Obstsorten. 

Diese könnten in Form von Streuobstwiesen oder an Rad- und Wanderwegen als Baumreihen angepflanzt werden und während der Erntezeit Proviant für Passanten geben. 

Verknüpfung mit der regionalen Gastronomie (z.B. Landgasthof Maier Hilzhofen) / Übernachten auf dem Bauernhof. 

In gastronomischen Einrichtungen können regional produzierte Produkte verwendet werden und so für Bewohner und Besucher eine besondere Attraktivität darstellen. 

Um das Thema Erlebnis-Bauernhof weiter auszubauen, könnten beispielsweise Übernachtungsmöglichkeiten auf Bauernhöfen geschaffen werden. 

Landwirtschaft und Landschaftspflege in Schulen (z.B. Imkerei in Cadolzburg) 

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft bezuschusst in Schulen das Wahlfach „Bienenhaltung“. Hiermit kann man das Interesse von Schülern an der Imkerei wecken und die Nachfolge von Imkern im ILE-Gebiet sichern. 

Ländliches Kernwegenetz 

Die Erstellung eines Kernwegekonzeptes mit überörtlichen und ländlichen Wegen dient als Grundlage das Erschließungssystem der orts- und gemeindeübergreifenden Transportwege und Pachtbeziehungen zu verbessern und auszubauen. 

Flur- und Waldneuordnungen 

Für eine bessere Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Flächen können diese im Rahmen von Neuordnungsverfahren im Sinne eines Bodenmanagements zusammengelegt und gezielter verteilt und erschlossen werden. 

Risiken

Veränderung des Landschaftsbildes / Kulturlandschaft 

Durch großflächigen Ausbau des Anbaus reiner Energiepflanzen oder den Bau von großflächigen Gewächshäusern könnte das Landschaftsbild verändert und negativ beeinträchtigt werden. 

Sicherung des Erhalts des reichen naturräumlichen Potenzials 

Es ist wichtig die Vielfalt der Landschaft, bestehend aus Gewässern, unterschiedlichen landwirtschaftlichen Flächen und Wäldern im ILE-Gebiet zu erhalten, um die Lebensqualität der Bewohner langfristig zu bewahren. 

Aussiedlung der Landwirte aus den Orten 

Aufgrund von Flächenmangel oder Immissionskonflikten zwischen Wohnnutzungen und Landwirtschaft, kann es dazu kommen, dass Landwirte aus den Orten in den Außenbereich gehen. 

Anhaltende Flächenausweisungen verdrängen landwirtschaftliche Nutzflächen 

Durch anhaltende Ausweisung von Wohn- und Gewerbeflächen nimmt die für die Landwirtsschaft zur Verfügung stehende Fläche immer mehr ab. 

Die Übergänge zwischen Siedlung und Landschaft / Landwirtschaft müssen sensibel ausgestaltet werden. 

Klimaschutz / Energie

Stärken

Hoher Anteil an regenerativer Energie

Im ILE-Gebiet sind PV-Anlagen auf zahlreichen öffentlichen und privaten Dächern (Wilhermsdorf, Veitsbronn, Obermichelbach, Puschendorf, Langenzenn), PV-Freiflächenanlagen (Veitsbronn) sowie Windräder (Wilhermsdorf, Langenzenn) vorhanden.

Biomasseanlagen bestehen in Wilhermsdorf und Veitsbronn sowie Biogasanlagen in Wilhermsdorf, Langenzenn, Veitsbronn und Obermichelbach. Die Anlagen in der Gemeinde Wilhermsdorf versorgen über Nahwärmenetze umliegende Betriebe und Wohnhäuser.

Neben einem bestehenden Nahwärmenetz für den Rathauskomplex in Puschendorf und für ein Wohngebiet (Hackschnitzelheizung) in Obermichelbach wird in Veitsbronn ein zentrales Nahwärmenetz geplant.

Die verschiedenen Methoden zur erneuerbaren Energiegewinnung im ILE-Gebiet bieten Potential für Umweltbildung in Schulen.

Integriertes Klimaschutzkonzept Lkr. Fürth

Im Rahmen der „Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel“ wurde im Jahr 2014 / 2015 für den gesamten Landkreis Fürth ein Integriertes Klimaschutzkonzept (IHSK) erstellt.

Mit dem integrierten Klimaschutzkonzept soll eine strategische Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für zukünftige Klimaschutzanstrengungen geschaffen werden. Als Hauptziel gilt es den Ausstoß schädlicher Treibhausgase bei der Energieerzeugung durch den Einsatz Erneuerbarer Energien zu verringern sowie Energie in Industrie und Produktion, Verkehr und Privathaushalten im Landkreis Fürth einzusparen und die Energieeffizienz zu erhöhen.

Energietag / -beratung beim LRA

Für Bewohner des Landkreises Fürth, die ihr Haus oder ihre Wohnung energiesparend bauen oder energetisch sanieren möchten, besteht die Möglichkeit sich beim LRA über energetische Baumaßnahmen beraten zulassen.

Landkreis Fürth ist Mitglied der ENERGIEregion Nürnberg e.V.

Die ENERGIEregion Nürnberg ist eine zentrale Netzwerkplattform für Energie & Umwelt mit der Absicht eine sichere, kostengünstige, klimaschonende, akzeptierte und nachhaltige Energieversorgung in der Metropolregion Nürnberg umzusetzen.

Schwächen

Beeinträchtigung des Landschaftsbildes durch Windräder

Die einzelnen Windräder der ILE-Gemeinden (Langenzenn, Veitsbronn, Wilhermsdorf) sind nicht alle zentral an einer Stelle verortet, sondern auf 4 Standorte verteilt. Hierdurch wird das Landschaftsbild nicht nur an einem, sondern an mehreren Standorten unattraktiv geprägt.

Chancen

Regenerative Energie als bedeutsame Einkom- mensquelle für die Landwirtschaft

In Zeiten teilweise niedriger Preise für die Erzeugnisse der konventionellen Landwirtschaft bietet das Anbauen von Pflanzen zur Energiegewinnung eine bedeutsame Einkommensquelle zur Stärkung der ansässigen Familienbetriebe. Biogasanlagen verwerten die anfallende Gülle aus Tierhaltung und bieten eine alternative Verwertungsmöglichkeit von Feldfrüchten bei schlechten Erzeugerpreisen.

Einsatz regenerativer Energien / BHKW bei Neubaugebieten

Die erneuerbare Energiegewinnung kann in Neubaugebieten über Nahwärmenetze oder Blockheizkraftwerke gesteigert werden.

Anreize für Sanierer älterer Bausubstanz bieten

Mit Förderprogrammen der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) könnten für Immobilienbesitzer Anreize für energetische Gebäudesanierung ge- schaffen werden.

Umbau Straßenbeleuchtung / Austausch Leuchtmittel

Der Energieverbrauch von Straßenlaternen kann durch die Umstellung der Leuchtmittel, z.B. durch den Einsatz von LEDs, verringert werden.

Umweltbildung an Schulen / in Unternehmen

Das Angebot an Umweltbildung in Schulen / Unternehmen zur Bewusstseinsförderung bei Kindern, Jugendlichen + Erwachsenen ist sehr beschränkt.

Klimaschutz mit Tourismus kombinieren

Geführte e-Bike-Touren zu Biomasseanlagen, Windrädern, Photovoltaikanlagen als Umweltbildungsmaßnahme anbieten.

KfW-geförderte integrierte Quartierskonzepte und Sanierungsberater in älteren Baugebieten

Mit der Energetischen Stadtsanierung fördert die KfW integrierte Quartierskonzepte sowie Sanierungsmanager. Ziel ist die Steigerung der Energieeffizienz in bestehenden Quartieren.

Ländliche Entwicklung / Dorferneuerung

Mit Mitteln der Dorferneuerung können Planungen und Maßnahmen gefördert werden. Im Bereich Klimaschutz und Energie sind es u.a.

  • Untersuchungen, Moderationen, Aktionen, Bera- tungen und Öffentlichkeitsarbeit,
  • Anlagen zur umweltfreundlichen oder klimaschüt- zenden Ver- und Entsorgung (z.B. kleine Nahwärmenetze).
Risiken

Veränderung der Kulturlandschaft

Durch ein vermehrtes Ansiedeln von Biogasanlagen und großflächiges Anpflanzen reiner Energiepflanzen (z.B. Mais) in der freien Landschaft kann die Kulturlandschaft langfristig an Vielfalt einbüßen.

Besonderheiten / Alleinstellungsmerkmal der Zenngrund-Allianz

Aus den themenbezogenen Analysen der einzelnen ILE-Gemeinden – zusammen mit den Bürgern – wurde für jede einzelne Gemeinde untersucht / ermittelt, wo ihre jeweiligen Stärken und wo ihre jeweiligen Schwächen liegen und wie sich diese auf die ganze Region auswirken können.

Neben Kriterien die nur den jeweiligen Ort betreffen konnten aus diesen Einzelbetrachtungen auch sehr gut Gemeinsamkeiten erkannt werden. Somit kristallisieren sich einerseits Entwicklungsziele heraus, die eher rein auf der kommunalen Ebene zu bewältigen sind, sowie Anknüpfungspunkte, wo ein gemeinsames Handeln im Sinne eines „An einem Strang ziehen“ allen ILE-Gemeinden bzw. der ganzen Region zugutekommen würde.

 

 

Alleinstellungsmerkmale

Folgende Besonderheiten / Alleinstellungsmerkmale der ILE-Region lassen sich feststellen:

  • attraktiver Wohnstandort sowohl für Einheimische als auch für Pendler
  • gleichzeitige Nähe zu Natur und Stadt
  • Vorhandensein dörflicher Strukturen und ortsbildprägender Gebäude in allen Orten
  • historische Ortskerne und Bauwerke (Wehrkirchen, Barockkirche, Klosterkirche, Saalkirchen, zahlreiche ehemalige Mühlen, Bahnhöfe)
  • Einbettung in eine intakte, kleinstrukturierte und dadurch vielfältige Landschaft / naturnahesqualitätsvolles Wohnumfeld
  • noch intakte Landwirtschaft mit einem breiten Angebot an Direktvermarktern / regionalen Produkten
  • vielfältige und attraktive kulturelle Angeboteund ein intaktes Vereinsleben
  • die Zenn – Fluss und Aue als Bindeglied.
Übergeordnete Themen

Die Stärken dieser Region liegen in ihrer guten Wohn- und Lebensqualität. Sie weist selber einen hohen Landschafts- und Naherholungswert auf und liegt gleichzeitig in der Nähe größerer Städte und damit arbeitsplatznah.

Im Gegensatz zur südlichen Allianz „Biberttal-Dillenberg“ sind die „Highlights“ dieser Region nicht in größeren überörtlich wirksamen Freizeiteinrichtungen zu sehen, sondern in ihren eher kleinteiligen Strukturen und vorhandenen Potentialen des alltäglichen Lebens. Diese gilt es sanft und gemäßigt auszubauen bei gleichzeitigem Erhalt der dörflichen Strukturen.

Folgende Themen spielen nach Auswertung der Analyse deshalb auch keine übergeordnete Rolle in den Gemeinden dieser ILE-Region:

  • Probleme mit Leerständen in den Wohngebieten (von den 50er Jahren bis heute),
  • Wunsch nach überdimensionalem Wachstum (über die Kapazitäten der vorhandenen Infrastrukturen hinaus),
  • Ansiedlung großer neuer Arbeitgeber / Gewerbegebiete,
  • Ausbauen großer, rein touristischer Einrichtungen.

Das von allen Gemeinden genannte Entwicklungsziel „Erhalt der dörflichen Strukturen“ betrifft dabei alle analysierten Themenbereiche bzw. spiegelt das Zusammenwirken / Ineinandergreifen aller Bereiche wider. Das heißt, dass jede der sieben Kommunen ihre Stärke in ihren (eigenen) örtlichen und eher kleinteiligen Struktur sieht und diese auch langfristig erhalten möchte. Regional betrachtet bildet das auch die Gemeinsamkeit – so dass die Hauptaufgabe darin besteht, die örtlich vorhandenen Besonderheiten / Alleinstellungsmerkmale und Kompetenzen zu stärken und besser hervorzuheben sowie nachbarschaftlich zu bündeln und zu vernetzen um sie regional gemeinsam bewerben zu können. Die vorhandene gute Gemeinschaft in den Orten soll zu einer regionalen Gemeinschaft wachsen.

Hauptaufgabe

Hauptaufgabe: Verteilen – Verbinden – Vernetzen und gemeinsames Vermarkten

In den Allianz-Gemeinden bestehen (historisch) interne Verflechtungen untereinander und externe Verbindungen über die Grenzen der Zenngrund-Allianz hinaus. Um die heutigen Zusammenhänge und damit verbundenen Zusammengehörigkeiten der Gemeinden herauszufiltern, wurden die Bürger in allen Gemeinden befragt, wo sie sich versorgen und wo sie ihre Freizeit verbringen (siehe nächstes Kapitel).

Versorgungsorte der Gemeinden