Umsetzung und weiteres Vorgehen

Der langfristige Erfolg einer ILE und der Umsetzung der erarbeiteten Projektideen hängt entscheidend von der Zusammenarbeit der einzelnen Kommunen ab. Hier ist einerseits der regelmäßige Austausch innerhalb des Allianzrates, aber auch die Transformation und Rückkopplung mit den einzelnen politischen Entscheidungsgremien der Kommunen (Stadtrat / Gemeinderat) wichtig.

Interkommunale Zusammenarbeit

Für eine interkommunale Zusammenarbeit gibt es grundsätzlich folgende Möglichkeiten:

  • Zusammenlegung von Ämtern
    = Personalkosteneinsparungen, größere Effizienz in der Bearbeitung, Teilung der Kosten für hoch- qualifiziertes Personal
  • Mobile Arbeitsorte bzw. ortsunabhängige Bearbeitung von Leistungen durch IT / EDV / Breitband
    4 Formen der Zusammenarbeit:
    – Koordination der Aufgabenerfüllung zwischen selbständigen Partnern;
    – Ein Partner erbringt die Leistungen für alle ande- ren (Contracting);
    – Zusammenlegung von Organisationseinheiten oder ganzer Gemeindeverwaltungen (Fusion);
    – Gründung eines besonderen Trägers (z.B. Zweckverband, AöR / Kommunalunternehmen).
  • Kooperation mit Landkreis, der dabei drei verschiedene Rollen einnehmen kann:
    – Als Koordinator: Moderator, Berater, Vermittler von Fördermitteln, Veranstaltungsdurchführung, Evaluierung und Controlling;
    – Als Kooperationspartner: in unterschiedlichen Themen und Kooperationsformen und Intensi- tätsstufen;
    – Aufgabenübertragung: in unterschiedlichen Themenbereichen auf Basis der GKG.
  • Zusammenarbeit bei der Erstellung von Planungen und Konzepten, z.B.:
    – gemeinsames Kernwegekonzept
    – gemeinsamer räumlicher oder sachlicher Teil- Flächennutzungsplan
    – § 204 BauGB
    – gemeinsame Ökoflächenmanagement /regiona- les Ökokonto
    – gemeinsames Gewässerentwicklungskonzept
  • Insgesamt ist eine stete Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem Regionalmanagement und dem LEADER-Management wichtig, um Projekte gezielt anzugehen und für die verschiedenen Umsetzungsebenen (nicht investive und investive Maßnahmen) die geeignetsten Fördermittel zu bündeln.

    Darüber hinaus ist in einigen Projektideen eine Zusammenarbeit mit der südlichen Allianz „Biberttal-Dillenberg“ anzustreben.

 

 

 

 

Umsetzungsbegleitung

Für eine koordinierende Projekt- und Fördermittelsteuerung sowie die Einbeziehung der jeweiligen wichtigen Akteure und BürgerInnen wird die Installierung einer Umsetzungsbegleitung in Form einer vor Ort sitzenden Person / Ansprechpartner empfohlen.

Aufgabe der Umsetzungsbegleitung ist insbesondere:

  • die Bündelung vorhandener Initiativen und Aktivitäten;
  • die Koordination und Umsetzung der ILEK Projekte;
  • die Bildung, Zusammensetzung und Steuerung von Projektgruppen zu den einzelnen Maßnahmen / Projekten,
  • die Kommunikation und regionale Abstimmung der Projekte;
  • die Zusammenarbeit mit den jeweils zuständigen Stellen wie dem Regionalmanagement und dem LEADER-Management des Landkreises Fürth sowie
  • die Erfolgskontrollen von Einzelmaßnahmen (Monitoring).

Für die Umsetzung von gemeinsamen Projekten in der Zenngrund-Allianz sowie gemeinsam mit der Allianz Biberttal-Dillenberg sind die Formen der Organisation und Zusammenarbeit, welche z. B. Zweckgemeinschaf- ten, projektbezogene Zweckvereinbarungen mit Leitkommunen, Verein, GmbH, etc. bilden können, vorab zu klären.

Monitoring

„Monitoring“ steht für die systematische Erfassung, Beobachtung oder Überwachung eines Vorgangs oder Prozesses mittels technischer Hilfsmittel oder anderer Beobachtungssysteme. Es ist eine in die Zukunft gerichtete Langzeitbeobachtung zur „Messung“ der Zielerfüllung.

Da es sich bei dem ILEK um einen fortlaufenden Prozess handelt, muss dieser, um ihn zielgerichtet fortsetzen zu können, auch kontinuierlich evaluiert werden. Damit werden der jeweils aktuelle Sachstand dokumentiert und die Wirksamkeit der eingeleiteten Maßnahmen überprüft. So könnte u.a. auch noch in der Umsetzungsphase auf veränderte Rahmenbedingungen reagiert werden und ggf. räumliche oder inhaltliche Schwerpunkte angepasst werden. Daher soll sich ein Monitoringkonzept nicht auf eine rein qualitative Beobachtung beschränken, sondern auch eine quantitative Bewertung beinhalten.

Hierfür könnte z.B. nach erfolgreichem Abschluss einer umgesetzten Maßnahme / Projekt von der Projektgruppe ein kurzer Bericht / Dokumentation erstellt werden, in dem die wesentlichen Eckdaten beschreiben werden, aufgezeigt wird, ob die Ziele des Projektes erreicht wurden und wo es Hemmnisse gab, welche Fördermittel oder private Investitionen eingeflossen sind, wie das Projekt beworben wurde und welche Organisationsstruktur gewählt wurde zur Umsetzung etc.

Ob die Ziele des ILEK noch aktuell sind und ob sich der Handlungsbedarf und die Umsetzungsstrategie gewandelt hat, ist in regelmäßigen Abständen von den Bürgermeistern der Zenngrund-Allianz zu hinterfragen und bei Bedarf zu aktualisieren.

Die Erhebung, Analyse und Auswertung der für die Evaluierung erforderlichen Daten kann durch die Umsetzungsbegleitung erfolgen – in jeweiliger Zusammenarbeit mit den Projektverantwortlichen und dem Allianzrat. Dies könnte z.B. im Rahmen eines eintägigen begleiteten / moderierten Workshops erfolgen, um ergebnisorientiert arbeiten zu können.

PRÜFKRITERIEN

Diese Überprüfung sollte in einem Zeitraum von ca. 2 Jahren anhand von festgelegten Prüfkriterien erfolgen:

  • wie viele Projekte wurden angefangen / umgesetzt (Projektstatus)?
  • gibt / gab es irgendwo Hemmnisse, warum das Projekt stockt / nicht umgesetzt wurde?
  • war das Projekt nur für die örtliche Ebene rel evant oder hatte es interkommunale Wirkung?
  • wurden die mit dem Projekt verbundenen Ziele erreicht?
  • wurden mit dem Projekt die Ziele des ILEK um- gesetzt?
  • führte das Projekt zu einer Akzeptanzsteigerung / Zufriedenheit / sozialen Verbesserung in der Bevölkerung?
  • wie ist die Mitwirkung der BürgerInnen zu beurteilen?
  • hatte das Projekt Synergieeffekte für die betei- ligten Kommunen (Einsparungen u.a.)?
  • welche Außenwirkung wurde mit dem Projekt erzielt (über die ILE hinaus)?
  • welche Fördermittel konnten beantragt werden und was ist an anderen Finanzierungen hinein geflossen?
  • welche Synergien gab es auf Landkreisebene / LAG-Ebene?
  • ergeben sich Änderungs- / Fortschreibungsnot- wendigkeiten für das ILEK?
  • was war grundsätzlich positiv bei der Projektum- setzung (Übertragungsfaktoren) und was sollte grundsätzlich anders gemacht werden?